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Mönchengladbach: Lehrertausch

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.08.2006

Mönchengladbach (RPO). Marie-Claire Heitmann (35) und Alberto Gomez (34) werden für ein Jahr ihre Arbeitsplätze tauschen. Die deutsche Lehrerin unterrichtet an einer spanischen Schule, der Spanier stellt sich an die Tafel in Rheydt.

Info

PAD

Organisiert wird der Lehreraustausch durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD).

Aufgabe ist die Förderung des internationalen Austausches im schulischen Bereich. Er gibt Anregung zu verstärktem Fremdsprachenlernen und fördert Deutsch als Fremdsprache im Ausland.

Noch ist alles neu, die Eindrücke sind frisch, aber die Unterschiede schnell entdeckt. Das Lehrer-Dasein in Spanien ist eben doch anders als in Deutschland. Alberto Gomez ist Deutschlehrer an der staatlichen Sprachschule „Fernando Lazaro Carreter“ in Zaragoza. Marie-Claire Heitmann unterrichtet an der Berufsschule Rheydt-Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung Spanisch und Wirtschaftswissenschaften. Für ein Jahr tauschen beide ihren Job. Die Gründe sind ähnlich: Sie reisen ins Ausland wegen des Spracherwerbs und weil sie das jeweils andere Schulsystem kennen lernen wollen. „Es ist etwas anderes, ob man etwas in der Theorie lernt oder ob man es erlebt“, sagt Marie-Claire Heitmann.

Was beide erwartet, was sie sich erhoffen, wo die Unterschiede liegen:

Sie unterrichtet in Deutschland 25,5 Stunden in der Woche.

Er hat in Spanien 18 Unterrichtsstunden. Dazu kommt noch die Anwesenheitspflicht für Arbeitsgruppen, Bibliotheksarbeit und Fortbildung.

Sie hat zwei Fächer.

Er hat eins. Das ist durchaus üblich in Spanien.

Sie verdient im Monat rund 600 Euro mehr als spanische Pädagogen. „Bis auf Luxemburg gibt es kein Land, das Lehrern mehr Geld zahlt als Deutschland“, weiß Dr. Ernst Schaub, Leiter des Berufskollegs Rheydt-Mülfort.

Er unterrichtet Klassen mit Schülern bis maximal 30 Schülern.

Sie hat im Schnitt 25 in der Klasse.

Seine Schüler sind hoch motiviert. Viele sind an der Universität und möchten später einmal bei einer großen Firma arbeiten. Dafür, so glauben sie, sind Sprachkenntnisse äußerst wichtig.

Ihre Schüler sind in der Regel in der Berufsausbildung. Was die Motivation zum theoretischen Lernen angeht, muss Marie-Claire Heitmann öfter Aufbauarbeit leisten.

Er hat fast nur Spanier in der Klasse. Sie unterrichtet in einer Multi-Kulti-Schule.

Er ist an einer Schule, die sehr gut ausgestattet ist. Fernseher, Computer mit Internetanschluss, DVD, Sprachlabor, Bibliothek und mehrere Zeitschriften im Abo.

Sie könnte darauf ein bisschen neidisch werden, wie sie selbst sagt.

Er hat zwei Monate Sommerferien, dafür aber keine Herbstferien.

Sie hat im Sommer sechs Wochen Ferien.

In Spanien gibt es nur eine weiterführende Schule, die Kinder gehen sechs Jahre zur Grundschule. Das Abitur wird nach zwölf Jahren gemacht. Im Gymnasium wählen die Schüler zwar Schwerpunkte, aber keine Leistungskurse wie in Deutschland.

Deutschlands duales System ist in Spanien nahezu unbekannt.

Er hat bereits eine Wohnung in einer Studenten-WG bekommen.

Sie ist erst einmal bei einer spanischen Kollegin untergebracht.

Er will sich in Sachen deutsche Mitbringsel noch beraten lassen.

Sie will auf jeden Fall Olivenöl aus Spanien mitbringten.

Quelle: RP

 
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