Mönchengladbach: Lehrstätte für Jugendliche
zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Mönchengladbach (RPO). Stadtmitte (angr) Über Jahrzehnte hinweg gehörte die Lohmühle der Hauptpfarre. Sie brauchte das Baudenkmal die rund 70 Jahre allerdings nicht als Schattenspender für das benachbarte Haus der Regionen. Sondern vor allem als Jugendheim und Werkeinrichtung. Ein Ort, in dem Jugendlichen ohne Schulabschluss oder mit sozialen Problemen der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert wurde. Dafür wurde das Gebäude schon 1970 saniert und das Mauerwerk von der Feuchtigkeit befreit, die sich bereits zehn Jahre nach der Wiedereröffnung 1960 wieder angesammelt hatte.
Von 1970 war ein Diplom-Sozialarbeiter mit seinen Mitarbeitern verantwortlich dafür, mit praktischen Werkangeboten in den Bereichen Ernährungslehre/Hauswirtschaft, Gartenbau/Floristik, Textil/Bekleidung den Jugendlichen Kompetenzen für das Berufsleben beizubringen. Es ging vor allem um Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Ordnung und Sauberkeit – schlicht um einen geregelten Tagesablauf. Für die Arbeit gab es zusätzlich 1,50 Mark in der Stunde. Rund zehn Monate hielten sich die Jugendlichen dort auf. Innerhalb von 20 Jahren wurden so rund 600 Jugendliche in der Lohmühle betreut. Allerdings arbeitete die Einrichtung durchaus mit Erfolg: Im Jahr 1989 allein wurden 38 von 40 Jugendliche in einen Job vermittelt.
Das kostete allerdings auch einiges. Im Jahr brauchte die Lohmühle rund 350 000 Mark. Den Großteil (nämlich 70 Prozent) übernahm der Landschaftsverband, 20 Prozent gab das Bistum Aachen dazu, und für den Rest kam die Stadt auf.
Zu Beginn der 90er Jahre war das Gebäude wieder so stark baufällig geworden – diesmal auch die Anbauten – dass die Einrichtung nach Odenkirchen umziehen musste. Und die Lohmühle konnte in Ruhe verfallen. Bis die Architekten Andreas Offermann und Markus Sillmanns die Lohmühle kauften, die Anbauten neu aufbauten und 2003 auch den Turm denkmalgerecht sanierten.
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