Mönchengladbach: Letzerich: Ein Schandfleck weniger
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.08.2008Mönchengladbach (RPO). Nach dem gestrigen Richtfest ist nun endgültig von weitem sichtbar, dass die Innenstadt eine ihrer hässlichen Brachen los ist. Auf dem ehemaligen Letzerich-Gelände baut Real einen neuen Supermarkt mit fast 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche.
Der soll, so versicherte gestern Geschäftsführer Roland Neuwald, ein ganz besonderer werden. Architektonisch und technisch werde der Neubau ein Vorzeigemarkt, so Neuwald: „Einer der modernsten in ganz Deutschland.“
Hell, offen und freundlich soll die Fassade sein. Und innen gibt’s das Neueste an Supermarkt-Technik. Einige der technischen Innovationen, die im Real Future-Store in Tönisvorst seit ein paar Monaten ausprobiert werden, sollen auch in Rheydt zum Einsatz kommen, kündigte der für den Vertrieb verantwortliche Real-Geschäftsführer an. In Tönisvorst können die Kunden an Selbstzahler-Kassen, per Handy oder per Fingerabdruck bezahlen.
Beim Richtfest wurde allenthalben das Lied auf den Standort Rheydt gesungen. „Wir stehen zu Rheydt“, versicherte Neuwald und erinnerte daran, dass Real mit 1400 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Stadt sei. „Mönchengladbach ist sozusagen unser Wohnzimmer“, so der Geschäftsführer. Er freue sich, den nicht mehr zeitgemäßen Markt an der Hauptstraße gegen ein Schmuckstück eintauschen zu dürfen.
Oberbürgermeister Norbert Bude sprach von einem „wichtigen Zeichen für den ganzen Stadtteil“ und der richtigen Entscheidung, solche Märkte näher an die Innenstadt zu rücken. Rheydt habe eine Zukunft, die Politik, Verwaltung und Bürger weiter gemeinsam gestalten sollten, so Bude. Diese Bemerkung war offenbar als Seitenhieb auf die CDU gemünzt, die kürzlich Neubau-Pläne für das Rathaus vorgestellt hatte. Mit dem Letzerich-Gelände verschwinde ein alter Schandfleck.
2006 war als erstes der Neubau der Arge auf dem Gelände entstanden. „Den finde ich nach wie vor schön. Es darf ruhig auch mal bunt sein“, so Bude angesichts mancher Kritik an dem Neubau. Im zweiten Schritt wird nun Real gebaut. Im Dezember wird das Haus schlüsselfertig übergeben, wie Jochen Bücker, Geschäftsführer des Bauunternehmens Jessen, gestern ankündigte. Im dritten Bauabschnitt entsteht ein Ärztehaus mit bis zu zwölf Facharztpraxen, einer Apotheke, einem Optiker und einem Akustiker oder einem Sanitätshaus. Das Ärztehaus soll im Herbst 2009 fertig sein und wird unter dem Namen „Medici“ firmieren. In ersten Plänen war noch von Medicentrum die Rede gewesen. So heißt das Ärztehaus an der Dahlener Straße.
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