Mönchengladbach: Lichtblick für Arbeitslose
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 30.11.2007Mönchengladbach (RPO). Die Arbeitslosenquote ging auf 12,2 Prozent weiter zurück. Mönchengladbach holt deutlich auf: hier nimmt die Zahl stärker ab, als im Gesamtbezirk. Vor allem ältere Arbeitslose profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Gewinner der Arbeitslosenstatistik ist die Generation der über 50-Jährigen. Von Januar bis November haben 2 518 Arbeitslose in diesem Alter eine neue Stelle gefunden. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Stadt Mönchengladbach sind es sogar 19,5 Prozent. Damit sind die älteren Menschen, die den Weg zurück ins Berufsleben gefunden haben, stärker vertreten als andere Gruppen. Außerdem haben weniger Ältere ihre Stelle verloren.
„Es findet langsam ein Umdenken in der Wirtschaft statt“, sagt Johannes W. Schmitz, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Doch das ist nicht der einzige Grund: Der zunehmende Fachkräftemangel schränkt die Auswahl für Arbeitgeber ein. Unternehmen machen aus der vermeintlichen Not eine Tugend und greifen auf ältere Mitarbeiter zurück. Die Arbeitsagentur folgt dem Trend. Sie macht die Generation 50 plus mit Qualifizierungsmaßnahmen fit für die moderne Arbeitswelt.
In Zahlen
Arbeitslosenquote 8,8 Prozent im Gesamtbezirk: Mönchengladbach und der Rhein-Kreis-Neuss mit den Städten Neuss, Dormagen, Grevenbroich)
Zum Vergleich Stadt Neuss 7,1 Prozent, Rhein-Kreis-Neuss 6,7 Prozent, Mönchengladbach 12,2 Prozent
31 143 Menschen waren im November arbeitslos gemeldet. Das sind 875 (2,7 Prozent) weniger als im Oktober.
Auf einem hohen Niveau
Einen Lichtblick sieht Schmitz auch für die allgemeine Situation in der Stadt Mönchengladbach: Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gesunken. Im November waren 16 158 Menschen ohne Job, 344 weniger als im Oktober. Daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent. Im Vergleich zum November 2006 bedeutet das einen Rückgang von 14,7 Prozent. „Man merkt, dass auch Mönchengladbach endlich vom Aufschwung profitiert“, sagte Schmitz. Traditionell liegt die Stadt immer deutlich hinter ihren Nachbarn zurück. „Aber Mönchengladbach holt deutlich auf“, erklärt Schmitz. Denn die Arbeitslosigkeit ist zwar auf einem hohen Niveau, nimmt aber stärker ab als im Gesamtbezirk.
Im gesamten Agenturbezirk Mönchengladbach ist die Arbeitslosenquote so niedrig wie seit 2002 nicht mehr: Sie liegt bei 8,8 Prozent. Aber: Die Zahl der Menschen, die ihre Stelle verloren haben liegt immer noch über der, die eine sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden haben.
Abgespeckt hat Mönchengladbach auch in der Zahl der Hartz-IV-Empfänger. „Da liegen wir deutlich besser als der Landesschnitt“, sagt Schmitz. Die Zahl der Bezieher ist im Vergleich zum November 2006 um 10,9 Prozent zurück gegangen, in ganz NRW lediglich um 7,8 Prozent. In Zahlen bedeutet das: Von den 1728 Menschen, die im Agenturbezirk eine neue Arbeit gefunden haben, bezog rund die Hälfte zuvor Hartz IV.
Ähnlich optimistisch ist die Entwicklung auch bei der Gesamtzahl der gemeldeten Stellen, die in der Stadt anstieg. Im gesamten Bezirk gab es hingegen weniger neue Stellenangebote als 2006. „Das liegt auch daran, dass es eine Änderung in der Saisonarbeit gab“, erklärt Schmitz. Denn inzwischen dürfen in der Landwirtschaft verstärkt ausländische Arbeiter beschäftigt werden. Und deren Anteil ist im gerade im Rhein-Kreis-Neuss hoch.
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