Mönchengladbach: Lottobetrüger vor Gericht
VON INGRID KRÜGER UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.06.2009Mönchengladbach (RPO). Weil er Kunden aus ganz Deutschland um insgesamt rund 1,5 Millionen Euro betrogen haben soll, steht am Montag ein 51-jähriger Mönchengladbacher vor dem Landgericht.
Der Mann soll als Betreiber der Lottogemeinschaft "Glücksbox" zwischen Juli 2002 und Juni 2005 die Spieleinsätze seiner Kunden veruntreut haben. Im Dezember vergangenen Jahres war er von Sonderermittlern in seiner Villa in der Dominikanischen Republik festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.
Der Staatsanwalt legt dem 51-Jährigen Betrug in insgesamt mindestens 2645 Fällen zur Last. Von 2000 bis 2005 betrieb er eine private Lottespielgemeinschaft. Dann bot er seinen Kunden an, Geld in angeblich gewinnbringende Wirtschaftsmärkte im Rahmen seines "Boni-Invest"-Programms anzulegen.
Wie schon bei der Lottospielgemeinschaft versprach er Provisionen, wenn Kunden neue Einleger werben. Ein Gutteil des gezahleten Geldes sei jedoch in die Privattaschen des Mönchengladbachers geflossen.
Laut Staatsanwaltschaft kaufte der 51-Jährige für sich und seine Ehefrau für etwa 500 000 US-Dollar ein Anwesen im Villen-Viertel "Panorama Village" in der Dominikanischen Republik. Auch der spätere Hausbau des Feriendomizils für weitere 100 000 Dollar soll mit Kundengeldern bezahlt worden sein.
Dazu griff der Mann laut Staatsanwalt auch auf das Geschäftskonto zurück, um Urlaubsreisen von Bekannten und Freunden in die Dominikanische Republik zu finanzieren. In seiner Ferienvilla wurde der 51-Jährige von Interpol-Fahndern ausfindig gemacht und verhaftet.
Nach wenigen Tagen in Auslieferungshaft wurde er laut Gericht nach Deutschland gebracht. Wie Joachim Banke, Sprecher des Landgerichts berichtete, ist für das Verfahren zunächst ein Verhandlungstag angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.
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