Mönchengladbach: Maria Hilf winkt ab
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 23.08.2007Mönchengladbach (RPO). Es läuft alles auf einen Zusammenschluss von Bethesda und Städtischen Kliniken hinaus. Den hält auch AOK-Vorstand Wilfried Jacobs für eine gute Lösung. Die CDU favorisiert ein Dach für alle drei Träger.
Eigentlich sollte der Rat am 12. September über die Zukunft der Städtischen Kliniken entscheiden. Doch wie Oberbürgermeister Norbert Bude gestern der RP bestätigte, werden die Politiker nun keine Beschlussvorlage bekommen, sondern nur über den Zwischenstand informiert.
Der ist allerdings recht eindeutig: Das Bethesda wird wohl Partner der Städtischen Kliniken. Das ist am Dienstagabend noch einmal ein ganzes Stück wahrscheinlicher geworden. In einer Sondersitzung sprach sich nach Informationen der RP der Aufsichtsrat der Maria Hilf GmbH gegen eine Beteiligung an den Städtischen Kliniken aus. Wobei dem katholischen Träger offenbar nur eine Minderheitenbeteiligung angeboten worden ist – als dritter Partner, gemeinsam mit dem Bethesda.
Gladbachs Kliniken
Kliniken Maria Hilf mit Maria Hilf, Kamillianer und Franziskus-Haus. Insgesamt 800 Betten
Städtische Kliniken mit Elisabeth-Krankenhaus (442 Betten) und Hardterwald-Klinik (135)
Krankenhaus Neuwerk 365 Betten Bethesda 360 Betten
Wie wichtig die anstehende Entscheidung für Mönchengladbach ist, hat Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg im RP-Interview deutliche gemacht (Seite B 6). Wer jetzt nicht die Gunst der Stunde nutze und den Markt sortiere, werde auf der Strecke bleiben, so Jacobs. Ein Zusammenschluss habe nur Sinn, wenn in die Planung das gesamte Krankenhaus-Angebot der Stadt einbezogen werde. „Wenn alle weiter wurschteln wie bisher und es einfach nur ein paar Gremien mehr gibt, sollte man es lieber gleich sein lassen“, so der AOK-Vorstand.
Er appelliert an die Politiker, möglichst rasch zu entscheiden. Die Verunsicherung bei Personal und Patienten sei groß, nachdem die Städtischen Kliniken öffentlich zur Diskussion gestellt wurden. „Das war ein katastrophaler Fehler“, sagt Jacobs. Die Politiker müssten sich nun in einer für sie sehr schwierigen Kunst üben, „nämlich die Lust an der eigenen Mitwirkung zu bremsen“.
Noch ist der Zusammenschluss von Bethesda und Städtischen Kliniken, den Jacobs im Prinzip für eine gute Variante hält, nicht in trockenen Tüchern. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Besten erklärte gestern, er sei sehr gespannt auf die Berichtsvorlage. „Mich interessiert, wie die Verhandlungen gelaufen sind“, sagte Besten gegenüber der RP. Nach wie vor halte er eine Lösung, bei der alle verbliebenen Krankenhaus-Träger unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst würden, für die beste Lösung. Die bisherigen Verhandlungen hat der zuständige Dezernent Dr. Michael Schmitz geführt.
Für Mönchengladbach „sehr ärgerlich“ sei die Fusion des Neuwerker Krankenhauses mit den St. Augustinus-Kliniken in Neuss, so Wilfried Jacobs. Dies hätten sich die Mönchengladbacher allerdings selbst zuzuschreiben.
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