Mönchengladbach: Marktplatz Rheydt: So veränderte er sich
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009Mönchengladbach (RPO). Viel Edelstahl, einige Bäume, vielleicht ein Brunnen? Am Montag steht fest, wie die Planer den Rheydter Marktplatz verwandeln wollen. Da lohnt ein Blick zurück, als der Platz entstand und langsam Gestalt annahm – mit Rathaus, Bürgerhäusern und einer dominierenden Hauptkirche.
Am Montagabend steht fest, in welcher Form sich der Rheydter Marktplatz verändern kann. Dann hat das Preisgericht getagt und Planer ausgesucht, mit denen über eine neue Gestaltung des jetzt oft öde und trostlos daliegenden Platzes verhandelt wird. Zeigt sich das Areal in einigen Monaten als futuristisch anmutende Anlage mit Hauptkirche und Rathaus als Blickfang? Oder begeistert der Platz mit einem mehr verspielten Äußeren die Bürger? Welche Materialien werden vorherrschen – Edelstahl, Holz, Beton? Gibt es einen Brunnen, den zahlreiche Rheydter wünschen? Da lohnt der Blick zurück, welches Aussehen und welche Bedeutung der Marktplatz einst hatte.
Zweimal Markt im Jahr
1816 erhielt die Stadt Rheydt das Marktrecht. Markt war aber nur an zwei Tagen im Jahr: an einem Tag im Mai und einen im September. 1836 änderte sich dies, als ein wöchentlicher Markt eingeführt werden sollte. Der Haken: Die Fläche des Platzes war zu klein. Deshalb baute man ihn um und nannte ihn Friedrich-Wilhelm-Platz. Der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. eröffnete ihn am 3. Dezember 1896 als Bauernmarkt. Schnell bekam das Areal die entsprechende Kulisse: 1897 kam es zum Rathausneubau, dann gesellten sich die Evangelische Hauptkirche (1902) und das königliche Bezirkskommando (1900) hinzu. Mit den Bürgerhäusern entstand ein harmonisches Ganzes.
Die heutige Platzstruktur entstand nach dem Zweiten Weltkrieg. Rheydt war zu 90 Prozent zerstört, die Innenstadt musste komplett neu aufgebaut werden. Auch Marktplatz und umliegende Gebäude waren stark beschädigt. Stadtplaner Alfons Leitl stellte 1948 seine Pläne für Rheydt vor. Gravierendster Eingriff: Der Platz wurde um etwa 35 Meter nach Westen verschoben, so dass die Brucknerallee nun direkt auf den Marktplatz zulief. Hauptkirche und Rathaus ließ Leitl wieder aufbauen, an den Rändern sah er Blockbauten als Platzrand vor. In den 70er Jahren kamen Tiefgarage und Pavillons hinzu. Schöner und stimmungsvoller wurde der Platz dadurch nicht. Das soll sich jetzt ändern.
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