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Mönchengladbach: Massenkeilerei nach Testspiel

VON GABI PETERS, ANDREAS GRUHN UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2009

Mönchengladbach (RPO). Während über 100 000 Borussia-Fans friedlich die Saisoneröffnung feierten, machten 50 Hooligans Randale. Nach dem Freundschaftsspiel kam es am Samstag in der Altstadt zu Jagdszenen. Die Polizei schickte ein Großaufgebot.

Die englischen Fans feierten das Tor für ihre Mannschaft. Im und am Stadion blieb es friedlich.  Foto: RPO
Die englischen Fans feierten das Tor für ihre Mannschaft. Im und am Stadion blieb es friedlich. Foto: RPO

Jürgen Post, Wirt der Altstadtkneipe Markt 26, hat so etwas noch nicht erlebt. "Das war wie Krieg. Die haben getreten und mit allem geschlagen, was sie in die Finger bekamen. So etwas macht einen wirklich traurig."

Nach dem Saisoneröffnungsspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Bolton Wanderes aus England und dem anschließenden Fan-Fest am Borussia-Park ist es am Samstagabend am Alten Markt zu einer Massenschlägerei gekommen. Wie Polizeisprecher Willy Theveßen gestern mitteilte, griffen zirka 50 Mönchengladbacher Hooligans gegen 20 Uhr eine Gruppe englischer Fans an. Bei der massiven Auseinandersetzungen seien auch Gegenstände zu Bruch gegangen. Drei Menschen wurden verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Theveßen: "Sie erlitten Prellungen und Schnittwunden. Alle konnten aber schnell wieder aus der Klinik entlassen werden."

Info

Der Polizeieinsatz

Beteiligt Laut Polizei griffen rund 50 Hooligans eine Gruppe von 30 bis 40 englischen Fans an

Festnahmen 3

Registriert Von 15 weiteren Beteiligten wurden die Personalien aufgenommen

Platzverweise 20

Gegen die Tatverdächtigen werden Verfahren wegen schweren Landfriedensbruch und Körperverletzung eingeleitet

In den kommenden Tagen will die Polizei die Videoüberwachungsbilder vom Alten Markt genau auswerten, um zu ermitteln, wer alles aktiv an der Schlägerei beteiligt war und wer ungewollt hineingeriet. Glaubt man Jürgen Post, dann blieben die englischen Fans, die bei ihm im Lokal waren, friedlich und ruhig: "Das waren ganz nette Leute, einige waren mit Frau und Kindern da." Plötzlich sei die Gruppe der Hooligans auf dem kapuzinerplatz aufgetaucht und hätte die englischen Fans provoziert.

Die seien gar nicht darauf eingegangen, berichtet Jürgen Post. Dann seien die äußerst gewaltbereiten Hooligans auf die Gruppe der englischen Gäste gestürmt. "Wir haben schnell die Kinder in Sicherheit gebracht", sagt Post. Dann sei es losgegangen. "Die griffen Hocker, Gläser und Stühle und schlugen damit los. Sie haben keine Rücksicht genommen, sondern auf alles eingetreten", sagt der Altstadtwirt.

Wieder alles friedlich: Jürgen Post, Wirt von Markt 26, hatte die Massenschlägerei hautnah miterlebt. "Ich habe mich für das Verhalten der Hooligans bei meinen englischen Gästen entschuldigt", sagte er gestern. Foto: RPO

Mittlerweile hatte die Polizei ein Großangebot an Einsatzkräften zum Alten Markt zusammengezogen. "Nach fünf Minuten war die Schlägerei vorbei", sagt Jürgen Post. Danach sei alles wieder ruhig gewesen. "Ich habe mich bei meinen englischen Gästen für das Verhalten der Randalierer entschuldigt. Die meisten sind dann noch bis in die Morgenstunden geblieben."

In den Fan-Chatrooms wurde gestern das Verhalten der Hooligans zum Teil scharf verurteilt. Dies seien Menschen, denen es gar nicht um Borussia gehe, die noch nicht einmal eine Eintrittskarte für das Testspiel am Samstag gehabt hätten. "Die suchten nur die Randale."

Eine Augenzeuge, der im St. Vith saß, sah wie sich die Hooligans per Handy informierten. Er bekam zufällig mit, wie einer seine Freunde herbei orderte. Sie sollten schnell kommen, "near the police station".

Markus Aretz, Pressesprecher von Borussia, schüttelt den Kopf: "Solche Ausschreitungen passen nicht zu dem friedlichen Festen, die wir im Borussia-Park gefeiert haben."

Fotos
Die letzte Randale gab es nach dem Spiel gegen Köln im Oktober 2008, als Fans Busse zerstörten. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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