Mönchengladbach: Maulwurf beim Rathaussturm
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 16:01Mönchengladbach (RPO). Da stand der rote Mandarin aus dem tiefen Osten am Fenster des Giesenkirchener Rathauses und hatte nicht einmal mehr Zeit, die weiße Fahne zu schwenken. Hermann-Josef Krichel-Meurer hatte seine erste (karnevalistische) Niederlage als Bezirksvorsteher Ost wohl geplant, und doch hatten ihn die Möhnen am Ende überrumpelt.
Als er am Rathausfenster um viertel vor eins kapitulierte vor der jecken Übermacht, feierten hinter ihm schon die Möhnen mit den Gästen im Rathaus. Wohl geplant war seine Verteidigungsstrategie, die es den Möhnen unmöglich machen sollte, das Rathaus zu stürmen.
Da war zum Beispiel der eisige Wind, den die mehr als hundert Jecken auf dem Marktplatz erdulden mussten. „Hier oben iss et muckelich wärm”, rief Krichel-Meurer im Chinesen-Kostüm den frierenden Möhnen herunter. Dazu bot er mit Volker Küppers aus der Bezirksvertretung, Michael Ulbrich aus der KG Botterblom und sich selbst „neun Zentner rheinische Frohnaturen auf, die den Sturm schon aufhalten werden”.
Und da waren ja noch die verpflichteten Gäste, die mit Kamelle aus den Fenster warfen. Einen Spezialauftrag hatte Hajo Siemes (Grüne). „Er geht gleich runter und setzt durch: Make love, not war!”, sagte Krichel-Meurer. Doch die Rechnung hatte er ohne MKV-Boss Bernd Gothe gemacht. Während vorne die Möhnen drängten, schlich sich Gothe durch den Hintereingang und öffnete vorne die Türe. „Es gibt eben immer einen Maulwurf. Wie in der Politik”, scherzte Gothe. Das war der erste Sturm, und wenig später schafften es die Möhnen auch bis in die erste Etage, wo weiter gefeiert wurde.
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