Mönchengladbach: Mehr als 130 neue Häuser
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 22.08.2008Mönchengladbach (RPO). Wird das Projekt „Giesenkirchen 2015“ verwirklicht, kann die Stadt auf eine Million Euro hoffen. Eine öffentliche Ausschreibung ist nach Meinung von Juristen nicht notwendig. Ein Verkauf an die Kreisbau wäre möglich.
Die Stadt rechnet mit insgesamt rund 3,7 Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen in den möglichen neuen Baugebieten Puffkohlen, Asternweg und Parkplatz Kruchenstraße in Giesenkirchen. Dies gab Bezirksvorsteher Frank Boss (CDU) am Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung im Giesenkirchener Schulzentrum bekannt.
Für etwa 2,7 Millionen Euro soll die geplante neue Sportanlage auf dem ehemaligen Freibadgelände gebaut werden. „Der klammen Stadtkasse bleibt dann auch noch eine Million“, betonte Boss. Einen großen Teil der mehr als 100 Bürger, die zur Versammlung gekommen waren, konnte er damit nicht begeistern: Sie lehnen den Verkauf der Sportplatz-Anlagen Puffkohlen und Asternweg sowie des Parkplatzes Kruchenstraße an die Kreisbau weiterhin strikt ab.
Giesenkirchen 2015
Das ist geplant Die Sportanlagen Puffkohlen und Asternweg sollen Baugebiete werden. Dazu der Parkplatz Kruchenstraße.
Neue Sportplätze Am Asternweg wird die Schulsportanlage saniert. Zwei neue Kunststoff-Spielfelder sollen auf dem Gelände des ehemaligen Freibads Giesenkirchen entstehen. Auch eine besondere Finnen-Laufbahn und ein Funktionsfeld werden hier neu gebaut.
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Ein Inhousegeschäft
Fest steht inzwischen, dass dieses Geschäft an die stadteigene Tochter Kreisbau rechtlich möglich ist und das Vorhaben nicht öffentlich ausgeschrieben werden muss. Dabei soll es sich um ein so genanntes Inhousegeschäft handeln. Juristen verweisen auf den Europäischen Gerichtshof, der dies zulässt, wenn der Vertragspartner sich vom öffentlichen Auftraggeber rechtlich unterscheidet. Politiker von SPD, FWG und den Grünen hatten wiederholt erklärt, dass sie von einer öffentlichen Ausschreibung ausgehen, wenn die Stadt über ihre Entwicklungsgesellschaft an die Kreisbau verkauft.
Mehrere Bürger verlangten bei der CDU-Versammlung, dass sich die Baustruktur in den neuen Gebieten nicht von den Althäusern unterscheiden darf. Das bedeutet zum Beispiel für das Umfeld Puffkohlen: vorrangig anderthalbgeschossige Bebauung und große Gärten. Doch dies ist in den ersten Plänen nicht vorgesehen. So sollen die Baugebiete ausstehen: Puffkohlen Hier stehen 29 000 Quadratmeter Wohnbaufläche zur Verfügung, die pro Quadratmeter 215 Euro kosten sollen. Wenn die Kreisbau 76 Häusern errichtet – Doppelhaushälften, Reihenhäuser, frei stehende Häuser – und zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20 Wohnungen baut, kann sie rund 6,3 Millionen Euro erlösen.
Es bleiben rund 2,6 Millionen übrig, wenn Erschließung und Projektentwicklung auf rund 3,7 Millionen Euro kosten. Asternweg Hier liegt die Wohnbaufläche bei etwa 9100 Meter und der Grundstückpreis bei 205 Euro. Es sind 26 Häuser geplant – Doppelhaushälften und frei stehende Häuser. Bei Einnahmen von fast 1,9 Millionen Euro fallen Kosten von rund 1,3 Millionen Euro an. 600 000 Euro bleiben dann der Kreisbau. Parkplatz Kruchenstraße Es gibt rund 7900 Quadratmeter Wohnbaufläche, die laut Richtwertkarte auf 210 Euro pro Quadratmeter taxiert ist. Der Gesamterlös wird auf rund 1,7 Millionen Euro geschätzt, nach Abzug der Kosten bleiben 615 000 Euro übrig. Geplant sind etwa 30 Häuser.
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