Mönchengladbach: Mehr Bußgelder für Raser
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.07.2009Mönchengladbach (RPO). Zwischen 100 und 200 Raser erwischen Polizei und Ordnungsamt bei Kontrollen – und das an nur einem einzigen Tag. Viele Autofahrer sind so schnell, dass ein Verwarngeld nicht mehr ausreicht.
Im Januar erwischt die Polizei einen Autofahrer, der mit 107 km/h über die Aachener Straße rast. Im April wird ein Motorradfahrer auf der Kaldenkirchener mit 105 Stundenkilometern "geblitzt". Kurze Zeit später stoppt die Polizei in Rheydt einen Mann, der mit 66 km/h durch eine Tempo-30-Zone geprescht ist.
Alle drei Raser haben ein saftiges Bußgeld und mehrere Punkte in Flensburg erhalten, und ihren Führerschein sind sie erst einmal los. Das heißt: der letzte nicht, der hatte gar keine Fahrerlaubnis.
Jeder Siebte zu schnell
Doch abschreckend sind die Strafen offenbar nicht. Denn diese drei Spitzenreiter unter den Verkehrssündern sind keine Einzelfälle. In der Stadt wird nach wie vor zu schnell gefahren.
Verstöße
Zu schnell unterwegs 2008 wurden beim Ordnungsamt 23 900 Verstöße registriert. In 2009 waren es in der ersten Jahreshälfte (bis 30. Juni) 11 035.
Falsch geparkt Im Schnitt werden pro Monat 10 000 Falschparker erwischt. Bei schlechtem Wetter sind es etwas weniger, bei gutem mehr.
"Je mehr Kontrollen wir durchführen, desto mehr Schnellfahrer gehen ins Netz", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass viele Geschwindigkeitsüberwachungen vorher angekündigt sind, die Autofahrer also gewarnt sein müssten: Bleifuß bliebt Bleifuß.
Über die genaue Statistik der Temposünder gibt die Polizei keine Auskunft. Sie gibt nur Zahlen zu punktuellen Geschwindigkeitsüberwachungen preis. Beispiele: Bei den Stadtteilkontrollen zur Verhinderung von Kinderunfällen erwischte die Polizei in Wickrath allein an einem einzigen Tag 187 Autofahrer, die zu sehr aufs Gas drückten.
In Hardt waren es 149, in Giesenkirchen 119, in Volksgarten 115, in Stadtmitte 149, in Neuwerk 152, in Rheydt 200, in Hardt und Venn 151, in Rheindahlen 109 und in Odenkirchen 115. Ein erneuter Kontrolldurchgang in den Stadtteilen änderte an den Zahlen übrigens wenig. "In Rheydt mussten bei den zweiten angekündigten Stadtteilkontrollen sogar noch mehr Raser angehalten werden", berichtet Theveßen. Jeder siebte Autofahrer war zu schnell unterwegs.
Neun bis zehn Prozent aller ertappten Temposünder hatten über 20 km/h zu viel auf dem Tacho. Das heißt: Ein Verwarngeld reichte bei ihnen nicht mehr aus. Hier wurden Bußgelder fällig. In einigen Fällen kamen auch Punkte und ein Fahrverbot hinzu.
Doch nicht nur die Polizei kontrolliert den fließenden Verkehr. Auch die Stadt überwacht die Einhaltung der Geschwindigkeitshöchstgrenzen mit zwei Radarwagen und mehreren so genannten Starenkästen.
Beim Ordnungsamt wurden alleine in der ersten Jahreshälfte 11 035 Temposünder registriert. Davon waren 2565 so schnell unterwegs, dass ein Bußgeld fällig wurde. Im kompletten Jahr 2008 wurden 3600 geblitzt, die mehr als 20 km/h zu viel auf dem Tacho hatten. Heruntergerechnet auf sechs Monate sind das 1800, viel weniger als dieses Jahr. Diese steigende Tendenz wird nicht nur beim Ordnungsamt mit Sorge beobachtet.
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