Mönchengladbach: Mehr Gewalt auf der Straße
zuletzt aktualisiert: 02.03.2007Mönchengladbach (RPO). Erstens: Die Zahl der Gewalttaten und Körperverletzungen nahm zu. Zweitens: Die Aufklärungsquote stieg. Und drittens: Jugendliche mit krimineller Energie bleiben im Fokus der Mönchengladbacher Polizei. So ließe sich das Jahr 2006 zusammenfassen – aus polizeilicher Sicht.
Während weniger Autos gestohlen wurden und auch die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückging, haben Gewaltdelikte zugenommen. Mit 217 vollendeten und 47 versuchten Raubdelikten verzeichnete die Polizei einen Anstieg um rund 21 Prozent. In 23 Fällen wurden Opfer mit Schusswaffen bedroht, zweimal wurde geschossen und in weiteren acht Fällen hatten die Täter die Schusswaffen dabei. Von den insgesamt 264 Raubstraftaten ereigneten sich mehr als die Hälfte (55,7 Prozent) auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen. Häufig handelte es sich laut Polizei dabei um Straftaten unter Kindern und Jugendlichen. Die Täter kommen in der Regel zu zweit oder zu dritt. Sie kreisen ihr Opfer ein und fragen nach einer Zigarette. Am Ende fehlen Handy, Geld und Markenjacke. „Abziehen“ heißt es unter Jugendlichen, die Polizei spricht von „Raub“. Die Täter sind zwischen zwölf und 16 Jahre alt, und sie wählen ihre Opfer ohne großes Nachdenken aus.
Die Polizei kennt ihre „Pappenheimer“. Immerhin wurden 67,7 Prozent der jungen Täter ermittelt. Einen Grund für den Anstieg der Straftaten in diesem Bereich sehen die Ordnungshüter in einem geänderten Anzeigenverhalten. Um kriminelle Karieren von Kindern und Jugendlichen zu verhindern, soll die Tätergruppe auch weiterhin im Fokus der Polizei bleiben.
Gestiegen sind auch die Fälle von Körperverletzungen. 2269 Straftaten wurden angezeigt, 247 mehr als im Vorjahr. In 25 Prozent war Alkohol mit im Spiel. Insgesamt registrierte die Polizei 24 065 Straftaten, 20 Delikte weniger als im Vorjahr.
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