Mönchengladbach: "Meine Bilder sind Zwillinge"
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 - 15:50Mönchengladbach (RPO). Das Prinzip der Verdopplung pflegt der Wiener Maler Rudolf Heller in seinen Bildern. In der Galerie Noack will der 42-jährige Künstler Ähnlichkeiten der Gestaltung in Beziehung setzen, aber auch mit Zeit und Raum spielen.
„Bilder zur Parallelität“ nennt Heller seine Ausstellung, die er ab 1. März in der Galerie Klaus Noack in Eicken präsentiert. Wenn Heller malt, dann immer doppelt. Jedes Bild erhält ein Zwillingsbild, entweder nacheinander und nebeneinander gemalt oder in wechselnder Folge. Durch feine Differenzen der gemalten Darstellung, die auch durch eine transparente Folie gefördert werden, will der Künstler, wie er sagt, „die Unmöglichkeit der Parallelität“ aufzeigen.
Durch das Malen auf Folie kommt auch der Zufall ins Spiel, und so blickt der Betrachter gebannt auf die Parallelbilder, scannt sie gleichsam mit den Augen. „Vorderseite und Rückseite verschmelzen zu einem durchscheinenden Ganzen“, schreibt Dr. Christina Lammer über Hellers technischen Grundansatz. Wie in jenen Rätselaufgaben der Kindheit, als wir in Magazinen die „Fehler“ einer Zeichnung gegenüber dem Original herauszufinden hatten.
Verfahren der Ähnlichkeit
„Meine Bilder treten immer paarweise auf, als Zwillingsbilder“, erklärt der Künstler in dem Buch „Bilder zur Parallelität“, das 2005 in Wien erschien. Verfahren der Ähnlichkeit, der nachahmenden Kopie, zählen zu den wesentlichen Kulturtechniken der Zivilisation. Mechanismen des Lernens, der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen sind in Hellers Bildern allenthalben zu erkennen. Er erzeugt Vorstellungsräume, die in eine Dramaturgie von Licht, Bildkörper und Stofflichkeit eingebunden sind.
Wichtig sind dem Wiener Maler auch theatrale Aktionen, er präsentiert seine Ausstellungen gern eingebettet in eine Performance, um „die Zufälle im Gleichzeitigen“ herauszustellen. Und auch filmische Mittel nutzt der 42-jährige, der bereits vor etwa zwei Jahren in der Galerie Noack ausgestellt hat. Um Raum und Zeit miteinander zu verschränken. So verbindet er vegetative Muster mit Nahaufnahmen von menschlichen Gesichtern: „Ich will den Mund groß sehen, wenn er spricht“, erklärt der Maler.
Galerist Klaus Noack lädt bereits am Tag der Ausstellungseröffnung (Sonntag, 1. März, 15–18 Uhr) zu einem neuen Art-Forum ein. In der Galerie an der Eickener Straße 60 diskutiert Klaus Noack von 16 bis 17 Uhr öffentlich mit dem Wiener Künstler. An dem Gespräch nehmen auch der Psychologe Professor Dr. Dirk Blothner, Vorsitzender der Gesellschaft für Psychologische Morphologie, sowie der Art-Korrespondent und Kunstkritiker Michael Kohler teil.
Moderiert wird das Gespräch von dem Kölner Kunstkritiker Jürgen Raap, der regelmäßig für das Kunstforum international schreibt.
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