Mönchengladbach: Melissa (3) hat ein neues Herz
VON DIRK RICHERDT, EDGAR EMKEN UND DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 20.12.2010 - 12:27Mönchengladbach (RPO). Millionen Zuschauer erlebten am Samstagabend bei der Show "Ein Herz für Kinder" mit, wie gut es der kleinen Gladbacherin Melissa bereits wieder geht. 15 Monate lang war sie an ein Kunstherz angeschlossen. Jetzt hat sie ein Spenderorgan bekommen und darf bald nach Hause.
Es sind diese Momente, die auch besonders Hartgesottenen die Tränen in die Augen treibt. Die kleine Melissa und ihre Mutter Jessica Feldbusch feiern dieses Jahr ein Weihnachtsfest, das für beide wie eine zweite Geburt ist: Spezialisten haben der Dreijährigen aus Gladbach, die im Herzzentrum Bad Oeynhausen 15 Monate lang Tag und Nacht mit einem Kunstherzen verkabelt war, ein Spenderherz eingepflanzt. Ein Millionenpublikum erlebte in der ZDF-Benefizshow "Ein Herz für Kinder" mit, wie Jörg Pilawa Mutter und Tochter auf der Station besuchte und mit der kleinen Patientin plauderte. Melissa darf mit ihrer Mutter vermutlich im Januar wieder nach Hause. Die RP hatte im Juni über das Schicksal des Mädchen berichtet.
Wichtiger Ausweis
Organspender-Ausweise sind unter anderem zu erhalten bei Apotheken, Ärzten und dem Verband Organtransplantierter
Internet www.bzga.de, www.vod-ev.de, www.hdz-nrw.de
Dank von Mutter, Oma, Tante
Die glückliche junge Mutter Jessica, die in Dohr zur Schule gegangen ist, Melissas Oma Ursula Feldbusch und Tante Alexandra waren zur Sendung eingeladen. Sie dankten den zahlreichen Spendern für die finanzielle Hilfe. Für sie ging mit der Transplantation eine Zeit zu Ende, die von Schicksalschlägen und großen Ängsten geprägt war.
Als Melissa am 1. September 2007 zur Welt kam, war sie ein kerngesunder Säugling. Nichts deutete auf die schlimme Erkrankung hin. Die Mutter war zwar erst 15 Jahr alt, aber überglücklich. Gemeinsam mit ihrem Baby wurde sie von ihrer Familie in Mönchengladbach aufgenommen. Die Kleine entwickelte sich wie jedes andere Kind. Zwei Monate vor ihrem zweiten Geburtstag litt Melissa plötzlich unter starken Magen- und Darmbeschwerden. "Sie war ganz matt, sprang nicht mehr so fröhlich herum, wollte nur noch im Bett liegen", erinnert sich ihre Mutter. Im Elisabeth-Krankenhaus fanden Ärzte schnell die Ursache: Das Kind war an einer Myokarditis erkrankt, einer Herzmuskelentzündung, die durch eine Infektion mit Viren entstanden war und auch schon das Herz angegriffen hatte. Für Melissa entwickelte sich die Krankheit zu einer tödlichen Bedrohung: Nur ein Spenderherz konnte ihr helfen.
Das Kind, Mutter und Angehörige sowie die Ärzte warteten lange auf ein passendes Organ. Auf der Warteliste der Stiftung Eurotransplant stand Melissa zwar ganz oben, aber ihr Spenderherz musste ein ganz bestimmtes Kriterium erfüllen: Es musste von einem Kind sein, das nicht schwerer als 25 Kilogramm war. Um die Wartezeit zu überbrücken, musste die Dreijährige an ein künstliches Herz, eine Maschine so groß wie eine Geschirrspülmaschine, angeschlossen werden. Mutter Jessica fieberte monatelang dem Augenblick entgegen, in dem Ärzte ihr die Nachricht überbringen: "Wir haben ein neues Herz für Ihr Kind!" Vor einigen Wochen war es so weit. Melissa kann bereits wieder auf dem Bett sitzen – ohne lästige Maschine.
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