Mönchengladbach: Mfi-Gruppe soll Arcaden bauen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 11:42Mönchengladbach (RPO). Ab kommender Woche verhandelt die Stadt nach dem Willen der Verwaltung nur noch mit einem Investor: Das Angebot der Essener Mfi-Gruppe, an der Hindenburgstraße zu bauen, hat den ECE-Tunnel aus dem Feld geschlagen.
Gestern Abend haben die Politiker die vertraulichen Unterlagen bekommen, aufgrund derer sie am kommenden Mittwoch im Haus Erholung nicht öffentlich die Entscheidung treffen sollen, mit welchem der beiden Investoren Mfi und ECE weiterverhandelt werden soll. Die Empfehlung der Verwaltung kommt wenig überraschend: Wenn die Politiker am kommenden Mittwoch zustimmen – und daran gibt es nach den Vorgesprächen keinen Zweifel – ist nur noch Mfi im Rennen.
Nach einem umfangreichen und komplizierten Kriterienkatalog kam Mfi am Ende auf 350,09 von 395 möglichen Bewertungspunkten. ECE brachte es nur auf 282,78 Punkte. Am meisten verloren hat ECE bei den Kriterien "Integration in das Umfeld Hindenburgstraße" und "Städtebauliche Integration und Architektur". Das liegt daran, dass Mfi Vorverträge mit den jetzigen Eigentümern von Iduna-Hochhaus, Theater-Galerie und Lichthof hat. All dies fehlt der ECE-Gruppe, die deshalb, um auf eine ähnlich große Verkaufsfläche zu kommen, ins Gründerzeitviertel hineinbauen und die Steinmetzstraße untertunneln musste.
Angebot erheblich nachgebessert
Das hat auch Folgen für die finanzielle Seite. Zwar hat ECE im zweiten Schritt sein Angebot erheblich nachgebessert. Bei den ursprünglichen Plänen sollte die Stadt den Tunnel noch alleine bezahlen. Nun würden, wenn man den Verkauf der städtischen Grundstücke gegenrechnet, nur rund 1,2 Millionen Euro an der Stadt hängenbleiben. Bei der Mfi-Lösung kommt für die Stadt unter dem Strich allerdings ein Plus von 1,4 Millionen Euro heraus.
Mfi wird aufgrund dieser Fakten am Mittwoch aller Voraussicht nach zum "preferred bidder", also zum bevorzugten Bieter bestimmt. Den endgültigen Zuschlag haben die Essener damit noch nicht. In der Vorlage heißt es ausdrücklich: Sollten die Verhandlungen mit mfi scheitern, werden die Verhandlungen mit ECE wieder aufgenommen. Tatsächlich bleiben noch etliche Klippen. Die größte sind die Verhandlungen mit der Vielzahl von privaten Eigentümern. Längst sind noch nicht alle Gordische Knoten zerschlagen. Sollte ECE gegen die Vergabeentscheidung klagen, gehen die Verantwortlichen von einer juristischen Klärung aus, die nicht länger als sechs Monate dauert und parallel zum weiteren Verfahren abläuft.
Kein Wort steht in der umfangreichen Vorlage übrigens zu der Größe der geplanten Einkaufsgalerie. Sie soll sich auf rund 25 000 Quadratmeter belaufen – wobei damit wohl zusätzliche Verkaufsfläche zur jetzt schon bestehenden und Nettoverkaufsfläche (also beispielsweise ohne Lagerräume) gemeint ist. Einen deutlichen Hinweis gibt es aber auf den Namen des potenziellen Neubaus: Für das Verfahren hat Mfi eine eigene Gesellschaft gegründet. Sie trägt den Namen: "mfi Grundstück GmbH & Co. Mönchengladbach Arcaden KG".
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