Mönchengladbach: Michel M. war vor der Todesfahrt bei einer Party
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.05.2010Mönchengladbach (RPO). Die Flut der Hinweise zu dem tödlichen Unfall auf der B 57 ebbt nicht ab. Auch nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters, Michel M., werden noch zahlreiche Spuren und Aussagen ausgewertet. Die 14-köpfige Ermittlungskommission "B 57" ist weiterhin im Einsatz, um den Fall lückenlos aufzuklären.
Mittlerweile steht fest, dass der 27-jährige Michel M. am Abend vor dem tragischen Unfall auf einer Geburtstagsfeier war. Die Ermittler sind zurzeit dabei, alle Partygäste zu befragen. Das teilte Polizeisprecher Jürgen Lützen Donnerstag mit.
Durch die Befragungen erhoffen sich die Ermittler Hinweise darauf, ob mit Michel M. noch anderer im Auto saß, als in der Nacht zum 28. April auf der Gladbacher Straße der 26 Jahre alte Radfahrer Bernd Seiffert angefahren und anschließend schwer verletzt am Straßenrand liegen gelassen wurde. Das Unfallopfer starb wenige Stunden später im Krankenhaus an inneren Blutungen und Organversagen. Michel M. besitzt keinen Führerschein. Ein Zeuge berichtete bereits, dass der 27-Jährige am Tattag betrunken gewesen sein soll.
Bernd Seiffert wurde gestern in Aachen beerdigt. Die Familie hatte zuvor zahlreiche Beileidsbekundungen erhalten. Am Unfallort an der B 57 wurden Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Bernd Seifferts Vater und einer seiner Brüder wollen beim Strafverfahren gegen Michel M., der wegen fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzt, als Nebenkläger auftreten. "Wir beten für ein gerechtes Urteil", sagt der Vater.
Häufig lange Radtouren
Bernd Seiffert war ein passionierter Radfahrer. Wie sein Vater, Rainer Seiffert berichtet, brach der 26-Jährige häufig zu langen Touren auf. Der junge ausgebildete Software-Entwickler sei sehr fit gewesen und oft mit dem Rad von Aachen nach Köln gefahren. "In einem Urlaub hat er einmal den ganzen Bodensee umrundet", berichtet Rainer Seiffert. Sein Sohn sei äußerst umweltbewusst gewesen. Deshalb habe er auch sein Auto abgeschafft.
Bernd Seiffert hatte ein hochwertiges Tourenrad mit moderner Beleuchtungsanlage. Dass er in der Unfallnacht mit Licht unterwegs war, steht für die Polizei außer Frage. "Als die Beamten nach der Spurensicherung das Rad wegschoben, ging das Licht an", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen.
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