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Mönchengladbach: Miese Betrüger, hilflose Opfer

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.04.2009

Mönchengladbach (RPO). 170 Senioren wurden im vergangenen Jahr Opfer von Straftaten. Vor allem Trickdiebe suchen sich ganz gezielt ältere Menschen aus. Mit ihren miesen Maschen ergaunerten die Täter alleine in diesem Monat mehrere 1000 Euro.

 Foto: Gerhard Seybert
Foto: Gerhard Seybert

14. April Zwei Männer, die sich als Wasserwerker ausgeben, klingeln an der Tür eines älteren Ehepaares (78 und 80 Jahre alt) und drängen sofort in die Wohnung. Während ein Täter das Paar ablenkt, verschwindet der andere mit erbeutetem Schmuck und Geld. 7. April Ein Anrufer meldet sich bei einer älteren Frau und erklärt ihr, dass sie zu viel Stromgeld gezahlt habe. Ein Mitarbeiter werde gleich kommen und ihr eine Summe zurückerstatten. Der Mann steht wenig später vor der Tür.

Geld gibt er der Frau nicht. Stattdessen stiehlt er seinem Opfer das Portemonnaie. 4. bis 7. April Bei einer 89-Jährigen bieten ein Mann und eine Frau an, Scheren und Messer zu schleifen sowie Korbstühle instand zu setzen. Sie setzen ihr Opfer unter Druck und verlangen den horrenden Preis von 2000 Euro, der später noch einmal aufgestockt wird. Dann wird auch noch die Geldbörse der alten Dame gestohlen. Das Scherenschleifer-Paar ist mit dieser Masche auch noch bei anderen Opfern in der Stadt erfolgreich.

Info

Statistik und Tipps

Senioren als Opfer 1999 waren es 78, 2008 wurden 170 registriert, wobei nicht bei allen Straftaten das Alter statistisch erfasst wird.

Zum Vergleich Während täglich zwei bis drei Einbrüche geschehen, wird "nur" alle vier Wochen ein Senior betrogen oder bestohlen. Thiel: "Die Senioren leben in der Stadt also relativ sicher."

Viele Informationen zu Trickdiebstahl gibt es unter www.pfiffige-senioren.de

Täter nutzen Arglosigkeit aus

Spätestens alle drei bis vier Wochen landet bei der Polizei ein Fall, bei dem Senioren wieder einmal Opfer von Trickdieben und -betrügern wurden. Die Maschen variieren: Mal geben sich die Täter am Telefon als Verwandte aus, die in eine finanzielle Notsituation geraten sind. Mal kommen sie als Wasserwerker, Dachdecker oder Bauarbeiter. Wieder ein anderes Mal klingeln sie, weil sie angeblich einen Stift und einen Zettel brauchten, um dem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen.

Oft sind die Täter höflich und gut angezogen. Trotzdem ist ihr Anliegen immer dasselbe: Sie wollen Geld und Wertgegenstände ergaunern und dafür nutzen sie die Arglosigkeit und auch oft die Hilflosigkeit ihrer Opfer schamlos aus. Franz J. Thiel kennt alle Tricks. Sein Arbeitsschwerpunkt im Kommissariat Vorbeugung ist die "Seniorensicherheit". Regelmäßig informieren er und seine Kollegen in Vorträgen, wie sich Senioren schützen können. "Oft helfen schon Kleinigkeiten", sagt er. Das fange beim Telefonbucheintrag an. "Wenn er schon sein muss, dann ohne Vornamen", empfiehlt Thiel. Elfriede, Berta, Käthe oder auch Heinrich – Namen lassen oft Rückschlüsse auf das Alter zu. Für die Trickdiebe sei das Telefonbuch ein guter Hinweisgeber.

Die Broschüre "Der goldene Herbst", die in allen Polizeidienststellen zu haben ist, listet die wichtigsten Ratschläge auf. "Es wäre schön, wenn auch Angehörige sich diese Broschüre besorgen würden, um mit Mutter, Vater oder Tante die Schutzmaßnahmen zu besprechen", sagt Franz J. Thiel. Er rät älteren Menschen, misstrauisch zu sein – so wie zwei 80 und 85 Jahre alte Seniorinnen. Diese riefen, nachdem sich ein angeblicher NVV-Mitarbeiter bei ihnen telefonisch gemeldet hatte, das Versorgungsunternehmen an und deckten so den ganzen Schwindel auf.

Quelle: RP

 
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