Mönchengladbach: Millionenschaden nach Großbrand
VON KATJA SCHMIDT UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 01.05.2008Mönchengladbach (RPO). Ein Brand in einer Kühlhalle im Gewerbegebiet Neuwerk hat am Mittwoch die Feuerwehr stundenlang in Atem gehalten. Die riesige Rauchwolke war 50 Kilometer weit zu sehen. Das 1600 Quadratmeter große Lager brannte komplett nieder. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden.
Es herrschen Entsetzen und Ratlosigkeit. Vor wenigen Minuten noch waren die Männer und Frauen an ihren Arbeitsplätzen, hatten Spätschicht. Und nun stehen sie an der Laderampe vor ihrer Fabrik, die lichterloh brennt. Sie haben noch ihre Hygieneanzüge an, saßen gerade in der Pause, als der Vorarbeiter ruft: „Raus! Raus! Raus!“
Aus bisher noch ungeklärter Ursache hat eine Kühlhalle, in der Fleisch gelagert und verpackt wird, Feuer gefangen. Die Flammen breiten sich schnell aus – vor allem nachdem das Dach eingestürzt ist und das Feuer durch Sauerstoff weitere Nahrung bekommt.
Brände
Die Jahresstatistik 2007 der Feuerwehr
Brände 674 (Vorjahr: 650)
Großbrände 2 (3)
Verletzte bei Bränden 34 (17) 0 Brandtote 0 (5)
Vor den eben noch strahlend blauen Himmel über Neuwerk schiebt sich eine gigantische Qualmwolke Richtung Neersen. Noch in einer Entfernung von 50 Kilometern ist der schwarze Rauch zu sehen. Immer wieder lodern Flammen auf – die Feuerwehrleute kämpfen mit vollem Einsatz, um die Firma Vital convenience im Gewerbegebiet an der Krefelder Straße zu retten. Vergeblich. Das 1600 Quadratmeter große Kühllager brennt komplett nieder.
„Hauptsache alle sind raus“
Hans Tappen hat die schlimme Nachricht daheim in Herrenshoff erreicht. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann“, sagt der Geschäftsführer. Seit 27 Jahren ist er im Betrieb und kann nun nur hilflos zusehen, wie „seine“ Firma in Flammen aufgeht. „Gott. Das ist die Bratstraße“, flüstert er fassungslos, als sich das Feuer ausdehnt. Der Bauplan hängt für alle Einsatzkräfte sichtbar am Feuerwehrauto und bringt zur Gewissheit, dass „die Fettwanne in voller Ausdehnung brennt“. Was hier bis eben produziert wurde – Schnitzel, Frikadellen und Cheeseburger –, ist nun den Flammen zum Opfer gefallen.
Feuerwehrleute und Polizisten schicken die Belegschaft aus dem Gefahrenbereich. „Hauptsache alle sind raus“, sagt Tappen. Fünfmal habe er nachgefragt und die Arbeiter sich aufstellen lassen. Die rund 30 Leute, die zur Spätschicht gehörten, sammeln sich auf dem benachbarten McDonalds-Parkplatz. Das Fast-Food-Restaurant ist für Kunden nicht mehr erreichbar, schenkt den entsetzten Angestellten kostenlos Wasser aus. Aus der Ferne sehen sie, wie das Feuer auf das Hilfsstofflager mit Hochregal überzugreifen droht. Kartonagen und Kunststofffolien hatten hier gelagert. Gegen 20 Uhr bricht das Gebäude unter den Flammen zusammen. Die Feuerwehr fordert unterdessen Schaum an. Das brennende Öl ist mit Wasser nicht zu löschen.
Die Polizei lässt den Kreuzungsbereich wegen möglicher Explosionsgefaht räumen. Die riesige Rauchwolke hatte zahlreiche Schaulustige angelockt. Vorsichtshalber lässt die Feuerwehr Anwohner per Durchsage warnen. Weil nicht sofort bekannt ist, welche Dämpfe durch das brennende Verpackungsmaterial freigesetzt werden, sollen Fenster und Türen geschlossen werden. Später gibt es Entwarnung: „Die Messungen haben ergeben, dass keine Gefahr bestand“, sagt Frank Nießen, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr. Dennoch wird eine Telefon-Hotline für besorgte Anwohner eingerichtet.
Gegen 22 Uhr hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht. Nachbargebäude können gerettet werden. Die Kühlhalle aber ist völlig zerstört. Nachdem die Decke eingestürzt war, knicken auch die Aluminiumwände ein. „Die Löscharbeiten werden bis in die Morgenstunden dauern“, sagt Frank Nießen.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Über die Schadenshöhe kann noch nichts Genaues gesagt werden. Sie liege aber sicherlich in Millionenhöhe, so der Feuerwehrsprecher.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





