Mönchengladbach: Minister rügt Krankenhäuser
VON JEAN-CHARLES FAYS - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010Mönchengladbach (RPO). NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kritisiert bei seinem Besuch in Mönchengladbach Krankenhäuser, die Behinderten keinen Job geben. Hephata hingegen leiste vorbildliche Arbeitsvermittlung.
Behinderte haben nach einer Lehre auch in sozialen Institutionen kaum eine Chance auf eine Festanstellung. Das konstatierte NRW-Arbeitsminister Karl-Joserf Laumann gestern Vormittag bei seinem Besuch in Mönchengladbach.
In einem Garten-Shop der Hephata BQG (Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft) sagte er: "Als ich 2005 zum NRW-Arbeitsminister berufen wurde, beschloss ich, jedem schwerstbehinderten Jugendlichen mit einem normalen Schulabschluss eine Lehrstelle zu garantieren." Was jedoch im Anschluss an die abgeschlossene Lehre passiere, mache ihn traurig. Es komme ihm so vor, als ob nur noch Designer Theken anfertigen und dahinter nur noch attraktive Menschen stehen dürfen. Auch seine Hoffnung, behinderte Menschen im sozialen Bereich unterbringen zu können, wurde enttäuscht. Als der gelernte Maschinenschlosser Laumann bei Krankenhäusern nachfragte, die Behinderte ausgebildet hatten, dann gebe es dort in der Regel keine Chance auf eine Anstellung. "Da passiert dann nix", empörte sich Laumann.
So funktioniert Integration
Umso wichtiger sei es, dass es Institutionen wie Hephata gebe. "Wir können die Probleme für Menschen mit schweren Handicaps auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr alleine lösen. Daher kommen wir um solche Integrationsunternehmen nicht mehr umher", stellte Laumann klar. Das sei auch ein Grund für die Auszeichnung der evangelischen Stiftung mit dem NRW-Landespreis 2009 "Integration unternehmen!". Bei Hephata haben mehr als ein Drittel der 76 Beschäftigten schwere Behinderungen. Die BQG engagiert sich im Bau-, Malerhandwerk, in Second-Hand-Läden und in der Gebäudereinigung. Hephatas Unternehmenserweiterung hat das Land mit 140 000 Euro gefördert.
Laumann stellte heraus, dass er lange dafür gekämpft habe, die zehn Millionen Euro, die das Landesprogramm kostet, "irgendwie in den neuen Haushalt reinzukriegen". Vom Start des Investitionsprogramms in 2008 sollen bis 2011 rund 1000 zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen geschaffen werden. Bisher ist Laumann mit dem Verlauf des Programms sehr zufrieden. Bis März 2010 wurden durch die Landschaftsverbände und das Land 105 Vorhaben bewilligt. "Ich bin stolz darauf, dass so über 500 Arbeitsplätze für Behinderte in NRW entstanden sind", sagte Laumann gestern zur Halbzeit des Programms.
Weiteres Potenzial für Behinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt stecke in dem zunehmendem Aufkommen an Ganztagsschulen. Landesminister Laumann prognostizierte: "Die Mittagsverpflegung an den Schulen ist ein wachsender Arbeitsbereich für Menschen mit Behinderung."
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