Mönchengladbach: Minusrekord an Hauptschulen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.03.2009Mönchengladbach (RPO). Seit gestern liegen die Anmeldezahlen für weiterführende Schulen vor. Danach gibt es einen drastischen Einbruch an Hauptschulen. Nur 364 Kinder wurden angemeldet. Jetzt scheint sicher: Einige Standorte müssen schließen.
Vergleich zu 2008
2627 Kinder wechselten im Sommer 2008 zu weiterführenden Schulen.
2404 sind es im Sommer 2009
Hauptschulen Diesmal gab es 364 Anmeldungen, 474 in 2008
Realschulen 449 Anmeldungen in 2009, im vergangenen Jahr 498
Gymnasien 954 Anmeldungen in 2009, 961 in 2008
Nun ist das eingetroffen, was Experten längst befürchtet und prophezeit haben: Für die zwölf städtischen Hauptschulen gibt es nicht mehr genügend Schüler. Nur 346 Kinder wurden für das kommende Schuljahr angemeldet. Das bedeutet: Selbst wenn sich die neuen Fünftklässler gleichmäßig auf alle Standorte verteilen würden, würde das nicht ausreichen, um je zwei neue Eingangsklassen zu bilden. Das wird aber von der Bezirksregierung verlangt. Einzügige Schulen sind nur im Ausnahmefall zugelassen und das auch nur in ländlichen Gebieten. Fazit: Es sieht extrem düster aus für einige Hauptschulen.
Noch 100 Säumige
Die Anmeldezahlen für die einzelnen Standorte will das Schulamt noch nicht bekannt gegeben. Das soll erst nach dem Koordinierungsgespräch mit Schulleitern, Politikern und Vertretern der Schulaufsicht am 10. März geschehen. Aber eines scheint fast sicher: Es wird Hauptschulen geben, die so wenig Anmeldungen haben, dass sie von der Bezirksregierung sofort geschlossen werden könnten. Das heißt: Die Aufsichtsbehörde wird anordnen, dass keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden und dass die Schule ausläuft. Das passiert, wenn ein Standort weniger als 18 Anmeldungen hat.
Um den Ernst der Lage für die Hauptschulen noch einmal zu verdeutlichen: Im vergangenen Jahr waren zum vergleichbaren Zeitpunkt 474 Kinder an dieser Schulform angemeldet worden. Damals standen schon einige Schulen gefährlich auf der Kippe. Und da gab es noch über 100 Anmeldungen mehr. Auf Nachzügler, also Kinder, deren Eltern es schlichtweg versäumt haben, ihren Nachwuchs an einer weiterführenden Schule anzumelden, dürfen die Hauptschulen auch nicht hoffen. Es gibt laut städtischer Pressestelle zwar 100 Säumige, im letzten Jahr waren es aber 170.
Insgesamt wechseln 2404 Kinder im Sommer von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule. Mit 1100 Anmeldungen verzeichneten die Gesamtschulen den größten Zulauf. Die städtischen Realschulen nahmen 449 Anmeldungen entgegen. Zu den städtischen Gymnasien wollen 954 Kinder wechseln. Noch vor Beginn der Osterferien wollen die Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien die Bescheide an die Eltern herausgeben, ob ihr Kind angenommen wurde oder nicht. Das Schulministerium hat für den Prognoseunterricht (für Schüler, die entgegen der Grundschulempfehlung zu einer anderen Schulform wechseln wollen) den Zeitraum 30. und 31. März festgelegt.
Das Schulamt bittet alle Eltern, die ihre Kinder noch nicht an eine weiterführende Schule angemeldet haben, dies umgehend nachzuholen.
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