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Mönchengladbach: Mit dem Kran ins Krankenhaus

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009

Mönchengladbach (RPO). Die Zahl der übergewichtigen Menschen nimmt zu. Das bekommt auch der Rettungsdienst der Feuerwehr zu spüren. Jede Woche transportiert er mindestens einen Patienten, der mehr als 180 Kilogramm wiegt. Tendenz steigend.

In Mönchengladbach gibt es spezielle Rettungsfahrten für XXL-Patienten. Selbst Sechs-Zentner-Menschen sind kein Problem.  Foto: RPO
In Mönchengladbach gibt es spezielle Rettungsfahrten für XXL-Patienten. Selbst Sechs-Zentner-Menschen sind kein Problem. Foto: RPO

Die Feuerwehr ist für schwere Fälle gerüstet. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: In Mönchengladbach gibt es spezielle Rettungsfahrten für XXL-Patienten. Selbst Sechs-Zentner-Menschen sind kein Problem. So rückte der Rettungsdienst der Feuerwehr im Oktober vergangenen Jahres zu einem medizinischen Notfall aus, bei dem eine fast 300 Kilogramm schwere Patientin aus einer Wohnung im vierten Obergeschoss gerettet werden musste.

Nachbarschaftshilfe

Von 13 Feuerwehr-Rettungswagen, die täglich im Stadtgebiet unterwegs sind, können zwei in wenigen Minuten für schwergewichtige Patienten umgerüstet werden. Schwergewichtig – das bedeutet beim Rettungsdienst der Feuerwehr: Der Patient bringt mehr als 180 Kilogramm auf die Waage. Und das kommt gar nicht so selten vor. "Wir haben im Schnitt einen Schwergewichtigen-Transport pro Woche", berichtet Josef Straetmans, Leiter Einsatzplanung Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz. "In der vergangenen Woche waren es sogar zwei Einsätze. Tendenz steigend."

Info

Transporte

40 000 Anrufe gingen im vergangenen Jahr bei der Leitstelle der Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 ein.

19 400-mal rückten die Rettungswagen mit Alarm aus, in rund der Hälfte der Fälle war ein Notarzt dabei.

16 000 Patienten wurden transportiert.

5,2 Minuten brauchten die Rettungswagen im Durchschnitt, um im Notfall am Einsatzort einzutreffen.

Mittlerweile werden die Fahrzeuge aus Mönchengladbach mit dem Schwerlasttragetisch und der überbreiten Trage auch aus dem Umland angefordert. Nur wenn das Gewicht des Patienten sechs Zentner übertrifft, muss auch die Vitusstadt auf Nachbarschaftshilfe zurückgreifen. In Düsseldorf gibt es einen "Superschwergewichtigen-Rettungswagen". Doch an einen Transport eines Patienten, der mehr als 300 Kilogramm wiegt, kann sich Straetmans nicht erinnern. Das ist dann doch eine Gewichtsklasse, die eher selten vorkommt.

Geht bei der Feuerwehr ein Notruf von einem Patienten ein, fährt zunächst ein normaler Rettungswagen und je nach Meldebefund zusätzlich ein Notarzteinsatzfahrzeug raus. "Während Notarzt und Rettungsassistenten den Patienten vor Ort versorgen und transportfähig machen, wird bei Bedarf der Schwergewicht-Transport vorbereitet", berichtet Straetmans. Zeit werde dabei nicht verschwendet. "Die Erstversorgung des Patienten dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. In der Zwischenzeit ist der Rettungswagen längst umgerüstet und an der Einsatzstelle eingetroffen. "

Mit dem speziellen Rettungswagen wird auch ein Löschfahrzeug mit sechs Feuerwehrleuten alarmiert. Denn um den Patienten zu tragen, bedarf es der Kraft mehrerer Männer. Straetmans: "Zwölf Leute kommen bei so einem Standardeinsatz schon zusammen."

Wohnt der zu Transportierende in einer oberen Etage und ist das Treppenhaus eng, wird außerdem noch eine so genannte Schleifkorbtrage und der Kran der Feuerwehr angefordert. So geschehen am Samstag vor 14 Tagen an der Bismarckstraße.

Teurer für den Patienten wird der Schwerlasttransport übrigens nicht. "Die Gebühren sind aus Gründen der Gebührengerechtigkeitgleich", sagt Straetmans. "Denn in den meisten Fällen sind die adipösen, also stark übergewichtigen Menschen, nicht für ihren Zustand verantwortlich. Und deshalb sollen sie bei uns nicht benachteiligt werden."

Quelle: RP

 
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