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Mönchengladbach: Mit der Reichsbahn in den Tod

VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 02.03.2011

Mönchengladbach (RPO). Millionen Kinder und Jugendliche wurden von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Der Grund: Ihre Eltern waren Juden, Sinti, Roma oder Gegner der Nazis. Der Zug der Erinnerungen gedenkt der Opfer. Vom 10. bis 12. März steht er im Gladbacher Hauptbahnhof.

Im Zug der Erinnerung treffen die Besucher auf erschütternde Dokumente –  Foto: RPO
Im Zug der Erinnerung treffen die Besucher auf erschütternde Dokumente – Foto: RPO

Diese Begegnung mit der Vergangenheit wird niemanden unberührt lassen. Denn es geht um die grausamen Schicksale von Kindern und Jugendlichen, die von den Nationalsozialisten deportiert und getötet wurden. Die Fotos der Opfer, ihre letzten Briefe und Notizen, die sie aus dem fahrenden Zug warfen, wühlen auf. Gezeigt werden die Dokumente unvorstellbarer Brutalität in der rollenden Ausstellung im "Zug der Erinnerung", der vom 10. bis zum 12. März in Mönchengladbach Halt macht. Millionen Kinder sind in den Vernichtungslagern umgebracht worden. Der einzige Grund: Ihre Eltern waren Juden, Sinti, Roma oder Gegner der Nationalsozialisten.

Mehr als 30 Schulklassen, Kurse und Jugendgruppen haben sich für einen Besuch der Ausstellung angemeldet. Darüber freut sich auch Oberbürgermeister Norbert Bude, der im November vergangenen Jahres alle Gladbacher Schulen angeschrieben und um Beteiligung gebeten hatte. Neben der Präsentation im Zug der Erinnerungen gibt es ein breitgefächertes Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Lesungen.

Info

Der Zug

Termin Der Zug der Erinnerung steht vom 10. bis zum 12. März im Mönchengladbacher Hauptbahnhof.

Allianz Parteien, Kirchen, Stadt und soziale Einrichtungen hatten im vergangenen Jahr die Gladbacher Allianz gegründet, um den Aufenthalt des Zuges zu ermöglichen. Verantwortlich zeichnet das Büro der Regionaldekane in enger Kooperation mit der Stadt.

Kosten Die Bahn verlangt fast 4500 Euro pro Tag für die Nutzung der Schienen und des Bahnhofs.

Ausstellung Fotos und Dokumente von verschleppten Kindern.

10. März, 10 bis 11 Uhr: Auftakt für die gesamte Region im Hauptbahnhof MG, mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, Oberbürgermeister Norbert Bude, Hans-Rüdiger Minow (Vereinssprecher "Zug der Erinnerung") sowie Zeitzeugen und Schülern

10. bis 19. März: "Geliebt, verbannt, verbrannt – Bücher im 3. Reich", Stadtbibliothek, Blücherstraße 6

10. März, 15 bis 18 Uhr: "Sie waren und sind unsere Nachbarn – Geschichte von Christen und Juden im Münster, Anmeldung bei Elke Wild Tel. 02161 980651

10. März, 19.30 bis 21 Uhr: "Mit der Reichsbahn in den Tod oder: Wie die Opfer in die Vernichtungslager gelangten", Vortrag und Gespräch von und mit Dr. L. Joseph Heid, Historiker und Publizist, im Haus der Regionen, Bettrather Str. 22

11. März, 20 Uhr: Film "Mönchengladbach und Rheydt 1933-45" von Jirka Bükow, anschließend Diskussion mit dem Autor im Pfarrsaal der Hauptpfarre, Abteistraße 41

12. März, 10 bis 17 Uhr: "Sehen wir uns noch einmal wieder? – Mädchen-Workshop zur Geschichte eines Mädchens in Mönchengladbach, Haus der Regionen, Bettrather Straße 22

12. März, 16 Uhr: Jugendliche berichten von ihrer Fahrt nach Auschwitz. Fotopräsentation mit anschließender Diskussion im Ev. Jugendzentrum Treibhaus, Margarethenstraße 20

14. März, 18 Uhr: "Mitten unter uns" – Lesung mit der Autorin Doris Schilly und Zeitzeugen: Ruth Hermges, Hildegard Hintzen, Marion Öztürk, Hans-Armo Schmitz, dazu Gedichte von und mit Josèe Hümpel-Langen, Haus der Regionen, Bettrather Straße 22

15. März, 19 bis 21 Uhr, Werkstatt zum Thema "Widerstand in Mönchengladbach" mit Dr. Heribert Schüngeler für Obertstufenschüler und Erwachsene (Anmeldung: sekretariat@gymnasium-odenkirchen.de im Gymnasium Odenkirchen, Mülgaustraße 43

16. März, 19.30 bis 21.30 Uhr: "Wir erinnern uns – Kindheit und Jugend unter dem Hakenkreuz". Felix Heinrichs, Leiter SPD-Geschichtswerkstatt, Ferdinand Hoeren, Theo-Hespers-Stiftung, und Reinhold Schiffers, Bezirksvorsteher MG-Nord im Gespräch mit den Zeitzeugen Franz Dahmen, Gustav Hanse, Heinz Müdders, Citykirche

Quelle: RP

 
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