Mönchengladbach: Mönchengladbach schrumpft
VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 12.04.2010Mönchengladbach (RPO). Bis 2030 werden 13 000 Menschen weniger als jetzt in der Stadt leben. Diesen Rückgang prognostiziert die Bezirksregierung Düsseldorf in einer Studie über die Bevölkerungsentwicklung. Die Stadt bereitet sich bereits vor.
Mit einem Einwohnerrückgang von fünf Prozent bis 2030 gehört Mönchengladbach in einer aktuellen Prognose über die Bevölkerungsentwicklung im Regierungsbezirk Düsseldorf eindeutig zu den Gewinnern unter den Verlierern im Bereich des Niederrheins. Mit allen damit verbundenen Auswirkungen auf die gesamte öffentliche und private Infrastruktur, auf Themen wie Kinderbetreuung in Kitas, Schulen oder Wohnungsmarkt. Um diese rückläufige Entwicklung und den Trend zur älter werdenden Bevölkerung aufzufangen – in einzelnen Kommunen soll der Altersdurchschnitt bis 2030 bei fast 50 Jahren liegen – arbeitet die Stadt bereits seit Längerem an verschiedenen Projekten.
Mehr altengerechte Wohnungen
Geringe Geburtenzahlen, mehr Sterbefälle und geringe Wanderungszugewinne: Stadt-Sprecher Walter Schröders kennt den rückläufigen Bevölkerungstrend und die Ursachen dafür. Gerade erst hat der Mönchengladbacher Fachbereich Stadtentwicklung und Planung Zahlen, Daten und Fakten vorgelegt, die rückläufige Bevölkerungszahlen für die Zeit von 2000 bis 2009 belegen: So hat sich alleine in diesem Zeitraum die Mönchengladbacher Bevölkerung um 4515 auf 262 468 Personen verringert. Die aktuelle Prognose mit dem Namen "Datenmosaik" des NRW-Regierungspräsidenten überrascht den Mitarbeiter der Pressestelle daher nicht. Schröders: "Wir beobachten diese Entwicklung bereits seit mehreren Jahren. Und wir reagieren bereits auf die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, etwa durch die Auslagerung der Grundschule Waldhausener Höhe."
Schröders warnt davor, etwa von den rückläufigen Zahlen auf einen langfristig geringeren Wohnbedarf oder auf eine geringere Nachfrage bei Kita-Plätzen zu schließen. "In der Kita geht es sicherlich in den nächsten Jahren eher darum, die Kita-Plätze umzuverteilen auf unterschiedliche Altersgruppen, also auf Kinder von unter und über drei Jahren." Weniger Einwohner bedeuten zudem nicht eine sinkende Nachfrage nach Wohnungen. Denn die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte soll laut Studie letztlich steigen.
Gespräche mit Immobilienfirmen
Ein Trend, auf den sich etwa die Mitarbeiter der Alters- und Sozialplanung bei der Stadt durch verschiedene Projekte bereits vorbereiten, obwohl die Stadt selbst kaum öffentlichen Wohnraum bereitstellt. Karl Kaczmarek, stellvertretender Leiter der Wirtschaftlichen Altenhilfe: "Verschiedene Gremien beraten sich bereits wegen entsprechener Veränderungen. Es gibt etwa Gespräche mit betroffenen Immobilienfirmen wegen alternativer Wohnformen und auch wegen der Bereitstellung von mehr altengerechten Wohnungen, da die Zahl der älteren Menschen weiter steigen wird."
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