Mönchengladbach: Mördersuche im Hotel
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Mönchengladbach (RPO). Ein Spezialeinsatzkommando hat im Palazzo-Hotel an der Hindenburgstraße einen mutmaßlichen Mörder überwältigt. Der Mann soll in Tilburg eine 22-Jährige getötet haben und dann nach Gladbach geflüchtet sein.
Der Zugriff erfolgte gegen 19 Uhr. Einem Spezialeinsatzkommando (SEK) gelang es am Dienstagabend, im Palazzo-Hotel an der Hindenburgstraße einen 40-jährigen Mann zu überwältigen. Er steht im dringenden Verdacht, in den Niederlanden eine junge Frau getötet zu haben.
Zunächst hieß es, der Festgenommene sei bei dem Zugriff schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Doch nach Polizeiangaben erlitt der mutmaßliche Mörder lediglich leichte Verletzungen wie Hautabschürfungen. Er sitzt zurzeit im Gefängnis und soll bald an die Niederlande ausgeliefert werden.
Der Mordfall hatte in der niederländischen Provinz Brabant für Aufruhr gesorgt: Am 14. Januar war in einem Hotelzimmer in Tilburg eine 22-jährige Frau tot aufgefunden worden. Hotelangestellte hatten sie entdeckt und zunächst gedacht, der Frau sei schlecht geworden, weshalb sie zusammenbrach. Die herbeigerufenen Rettungskräfte stellten den Tod der 22-Jährigen fest. Die Eltern der jungen Frau aus dem kleinen Ort Made, ebenfalls in der Provinz Brabant gelegen, hatten ihre Tochter am selben Tag als vermisst gemeldet, weil sie in der Nacht nicht nach Hause gekommen war. Normalerweise sei die junge Frau nie ohne Nachricht fern geblieben, erklärte die Eltern der Polizei. Dann erfuhren sie die traurige Mitteilung, dass ihre Tochter erschossen wurde.
Die Flucht
13./14. Januar in der Nacht wird die 22-jährige Kelly K. im Hotelzimmer in Tilburg getötet.
Um 0.30 Uhr verlässt ihr mutmaßlicher Mörder das Hotel und flüchtet.
Am 21. Januar geht die niederländische Polizei mit Bildern vom Verdächtigen an die Öffentlichkeit.
Am 27. Januar greift das SEK den Gesuchten in Gladbach auf. Wie lange er sich in der Stadt befand, ist nicht bekannt.
Die niederländische Polizei hatte gleich nach der Entdeckung der Toten mit einer großangelegten Spurensuche begonnen. Befragungen des Hotelpersonals hatten ergeben, dass es nachts einen Streit in dem Zimmer gegeben hatte, das später zum Tatort wurde. Doch als die Bediensteten nachhören wollten, sei alles wieder ruhig geworden.
Der 40-jährige mutmaßliche Mörder soll das Hotel in Tilburg gegen 0.30 Uhr verlassen haben. Laut niederländischer Polizei bezeugen das Aufnahmen aus der hoteleigenen Videoüberwachung. Die Bilder hätten auch zur Identifizierung des Mannes geführt, der niederländischen Medienberichten zufolge seinem ehemaligen Arbeitgeber 50 000 Euro gestohlen haben und sich danach auf seiner Flucht mehrfach in Hotels aufgehalten haben soll. In welchem Verhältnis er zu der 22-Jährigen stand, ist noch nicht klar bzw. wurde nicht bekannt gegeben.
Bei der Fahndung nach dem angeblichen Mörder hat die niederländische Polizei eng mit Kollegen aus Belgien und Deutschland zusammengearbeitet. Schnell gab es Hinweise darauf, dass sich der 40-Jährige nach Mönchengladbach abgesetzt haben könnte. Als die Gewissheit folgte, griff das SEK zu.
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