Mönchengladbach: Monforts: Hoffnung für die Mitarbeiter
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 16.06.2010Mönchengladbach (RPO). Gefasst haben die rund 200 Mitarbeiter der A. Monforts Werkzeugmaschinen gestern den neuesten Stand des Insolvenzverfahrens aufgenommen. Nach drei Wochen intensiver Betriebsanalyse und Gesprächen mit Kunden, Lieferanten und Banken hat Insolvenzverwalter Emil Rinckens den Beschäftigten am Dienstag in einer Betriebsversammlung die Möglichkeiten für die Zukunft von Monforts aufgezeigt.
"Meine favorisierte Lösung ist die Transfergesellschaft", sagt Rinckens. Gut 50 Prozent der Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft überführt werden. Die Transfergesellschaft sei für die Mitarbeiter die sozial mildeste und interessengerechteste Lösung.
Das sieht auch Hans Lehmann, der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats, so. "Für die Kollegen ist es immer besser, sich aus einem Arbeitsverhältnis heraus zu bewerben, wenn sie eine neue Stelle suchen", sagt der Betriebsrat. "Zudem besteht für einige Kollegen damit die Chance, wieder zu Monforts zurückzukehren, wenn hier wieder mehr Aufträge eingehen."
Wie groß diese Chance ist, kann derzeit niemand sagen. Mit der Transfergesellschaft will sich Insolvenzverwalter Rinckens auch Luft machen für die strukturellen Veränderungen die in dem Traditionsbetrieb vorgenommen werden müssen. Im letzten Jahr hat das Unternehmen einen Umsatz von 17 bis 20 Millionen Euro erreicht, 2008 lag der Umsatz noch bei 47 Millionen Euro. "Es sind in allen Bereichen enorme Anpassungen nötig, um das Unternehmen für den Markt überlebensfähig zu machen und den Standort Mönchengladbach zu halten", betont Rinckens.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Erschließung von Auslandsmärkten. Das allerdings könne Monforts nicht im Alleingang schaffen, räumt Rinckens ein. Dafür sei der Hersteller von Werkzeugmaschinen zu klein. Deshalb macht sich der Insolvenzverwalter nun auf die Suche nach einem strategischen Investor aus der Werkzeugmaschinen-Industrie. "Es wäre sinnvoll, wenn Monforts den Export ausbauen könnte", glaubt Rinckens.
Von Seiten der Kunden sei in den letzten Wochen ein klares Signal gekommen, dass die Maschinen von Monforts auf dem Markt nachgefragt werden, weil sie stabil, robust und wartungsarm seien. Deshalb schätzten besonders Großkunden aus den Bereichen Automobil- und Luftfahrtindustrie die Produkte aus Mönchengladbach.
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