Mönchengladbach: Monforts Werkzeugmaschinen insolvent
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 21.05.2010Mönchengladbach (RPO). Seit rund elf Monaten herrscht in den Werkshallen der A. Monforts Werkzeugmaschinen zum Teil Kurzarbeit Null. Gestern morgen hat die Geschäftsführung Insolvenz angemeldet. 199 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
"Die Wirtschaftskrise hat uns voll erwischt", sagt Hans Lehmann, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats. Lange Jahre hatte Lehmann als Vorsitzender die Interessen der Mitarbeiter vertreten. Hatte dabei Höhen und, vor allem in jüngster Zeit, immer wieder Tiefen miterlebt. Um 70 Prozent sei der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, teilt Geschäftsführer Dr. Reinhard Körsmeier mit.
Zwar zeige die Entwicklung des Auftragseingangs in 2010 steigende Tendenz, um den Geschäftsbetrieb mittelfristig aufrechtzuerhalten, reiche das aber nicht. Dazu sei eine Restrukturierung des Unternehmens erforderlich. Zudem seien die Kreditlinien reduziert worden. "Die Stimmung ist gedrückt" sagt Lehmann. Für heute ist eine Betriebsversammlung angesetzt.
"Bei Werkzeugmaschinen muss man viel vorfinanzieren", weiß Reimund Strauß, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Mönchengladbach. Strauß sieht für das angeschlagene Unternehmen trotzdem gute Chancen auf dem Markt zu bestehen. "Das Unternehmen ist sehr flexibel und kann auf namhafte Firmen auf der Kundenliste verweisen." Die Edel-Automarke Rolls Royce soll dabei sein. Wie es weiter gehen wird, ist unklar.
Als Insolvenzverwalter wurde Emil Rinkens eingesetzt. Für eine Stellungnahme war der Jurist gestern nicht zu erreichen. Die A. Monforts Textilmaschinen ist von der Insolvenz nicht betroffen. "Die beiden Gesellschaften sind seit Jahren getrennt", betont deren Prokurist Klaus A. Heinrichs. "Nur der Name des Firmengründers verbindet uns noch."
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