Mönchengladbach: Mordeten Jugendliche aus Habgier?
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 13.09.2008Mönchengladbach (RPO). Wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier müssen sich demnächst vier Jugendliche vor der Jugendkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den 15 und 16 Jahre alten Jungen und Mädchen vor, am 20. März auf dem Friedhofs-Parkplatz in Hückelhoven-Schaufenberg einen älteren Autofahrer mit zwei Messerstichen getötet zu haben.
Die Polizei ermittelte, dass das Quartett nach dem Verbrechen mit demWagen des Opfers verschwand. Zuvor sollen die Täter den schwer Verletzten gezwungen haben, Autoschlüssel und Handy herauszugeben. Passanten entdeckten das Opfer, das noch am Tatort seinen Verletzungen erlag.
Flucht endete in Paris
Wenig später wurde bereits nach dem Fahrzeug der Tatverdächtigen gefahndet. Auf ihrer Flucht waren die Jugendlichen an mehreren Tankstellen auf den Videoüberwachungen zu erkennen. Sie fuhren mit dem voll getankten Auto davon, ohne zu bezahlen. In Paris endete die Fahrt des Quartetts einen Tag nach dem Verbrechen mit der Festnahme. Am 2. April lieferten die französischen Behörden die dringend Tatverdächtigen nach Deutschland aus.
Bereits bei der Polizei soll der 16-jährige Hückelhovener zugegeben haben, auf das Opfer eingestochen zu haben. Er soll den Autofahrer zunächst nach der Uhrzeit gefragt haben. Als der Mann in sein Auto einsteigen wollte, soll der 16-Jährige sofort zugestochen haben.
Dessen mitangeklagter Bruder (15) soll ebenfalls von einem geplanten Überfall, aber nicht von Mord berichtet haben. Ihr Ziel, so eine 16-jährige Komplizin aus Düsseldorf, sei der Autodiebstahl gewesen. Die Reise sollte nach Spanien gehen. Man wollte dort neu anfangen, so das Quartett, das offenbar aus schwierigen familiären Verhältnissen stammt und teilweise bereits Heimaufenthalte hinter sich hat.
Ein paar Tage vor der Tat hatten sich die vier in der väterlichen Wohnung der beiden Brüder in Hückelhoven aufgehalten. Einer der Söhne soll die Wohnung aufgebrochen und die anderen drei herein gelassen haben.
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