Mönchengladbach: Mordprozess: Sorge um Sicherheit
zuletzt aktualisiert: 26.10.2007Mönchengladbach (RPO). Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Montag vor dem Landgericht der Prozess gegen Erol P., der im März in Rheydt auf offener Straße Frau und Tochter erschossen hatte. Polizei und Gericht fürchten offenbar, dass es erneut zu Gewalttaten kommen könnte. Daher wird das Sicherheitspersonal aufgestockt. Der Eingang wird an der Rheinbahnstraße sein, da die Sicherheitsschleuse an der Hohenzollernstraße umgebaut wird. Untersucht werden alle Zuschauer zweimal: am Eingang und vor dem Eintritt in den Gerichtssaal. Der Prozess ist auf neun Tage angesetzt. 25 Zeugen sind geladen.
Erol P. (39) hatte seine Frau Ruyike (37) und seine Tochter (18) unmittelbar nach einem Sorgerechtsprozess, der vor dem Rheydter Amtsgericht verhandelt worden war, erschossen. Er muss sich ab Montag nicht nur wegen Mordes sondern auch wegen Vergewaltigung seiner Schwägerin verantworten. Nach Informationen der RP hat es zwischen beiden Familien seit Generationen immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Gleichwohl kam es immer wieder auch zu Hochzeiten. Erol und Rukiye P. wurden im Alter von 16 bzw. 17 Jahren verheiratet.
Der Doppelmord hatte überregional für Aufmerksamkeit gesorgt und wurde zeitweilig zum Politikum. Der Familienrichter hatte nach einer Information der Anwältin von Ruyike P. die Staatsanwaltschaft per Telefon wissen lassen, dass der per Haftbefehl Gesuchte im Amtsgericht sei. Der Hinweis versandete – knapp zwei Stunden später waren zwei Menschen tot. Darum wurde geprüft, ob sich Mitarbeiter der Gladbacher Staatsanwaltschaft einer fahrlässig verursachten Tötung schuldig gemacht hatten. Das verneinte die Krefelder Staatsanwaltschaft. Die Tragödie sei nicht vorhersehbar gewesen.
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