Mönchengladbach: Mrs. Bean: Ärger mit Mr. Bean
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010Mönchengladbach (RPO). Die Gladbacher Coverband Mrs. Bean wurde von einer Hamburger Anwaltskanzlei dazu verdonnert, ihren Namen zu ändern. Sie handelt im Auftrag der Produktionsfirma des Komikers und Mr. Bean-Schauspielers Rowan Atkinson.
Er ist der beliebteste Tollpatsch von der britischen Insel und machte auch in Deutschland Karriere. Die Figur Mr. Bean läuft seit gut 20 Jahren auch im deutschen Fernsehen rauf und runter. Die Produktionsfirma allerdings versteht weniger Spaß als ihr Vorzeige-Tölpel. Als der Rechteinhaber Tiger Aspect Productions Ltd., bei der Schauspieler und Komiker Rowan Atkinson laut Internetdienst referenceforbusiness.com Teilhaber sein soll, in London davon Wind bekam, dass sich eine Mönchengladbacher Band Mrs. Bean getauft hat, war Schluss mit lustig. Sie setzte sofort ihre Juristen darauf an. Nun flatterte das Schreiben einer Hamburger Kanzlei bei der Cover- und Stimmungsband in den Briefkasten mit der Aufforderung, die Verwendung des Namens zu unterlassen. Andernfalls würde ein Prozess fällig.
Wer war zuerst da?
Die Band wurde von dem Schreiben völlig überrascht und steckt nun in der Klemme. Aus Komik und Musik, aus Mr. und Mrs. Bean, wurde nun eine Rechtsfrage. Dabei geht es auch um die Frage, wer zuerst da war: Mr. Bean wurde zwar Anfang der 90er Jahre produziert und ausgestrahlt, die Marke wurde allerdings erst im Jahr 2000 geschützt – nachdem die Band bereits unter ihrem Namen Auftritte spielte. Außerdem geht es um Marken- und Wettbewerbsrechte und die Frage, ob der weltbekannte Komiker und die weniger weltbekannte Band zueinander im Wettbewerbsverhältnis stehen und ob die Bezeichnung Mrs. Bean die Markenrechte von Mr. Bean verletzt. Wie Tiger Aspect Productions Ltd. auf die Band aufmerksam wurde, ist unklar. Zwar hat sich die Band in den vergangenen Jahren buchstäblich einen Namen gemacht, allerdings nur in Mönchengladbach und der unmittelbaren Umgebung. Schwer vorstellbar, dass Rowan Atkinson oder Mitarbeiter der Produktionsfirma mal bei einem Konzert waren. Experten wie Wettbewerbs-Jurist Jürgen Elfes gehen davon aus, dass eine darauf spezialisierte Gesellschaft im Internet oder beim Deutschen Marken- und Patentamt (DPMA) auf die Band gestoßen ist. "Es gibt Dienstleister, die Bewegungen im Markenrechtsbereich aufspüren und an vermeintlich Interessierte weiterleiten", sagt Rechtsanwalt Stefan Wimmers, Experte für Urheber- und Markenrecht. "Solche Dienstleister verdienen damit inzwischen ordentlich Geld."
Wie die sechs Musiker mit der Aufforderung der Hamburger Kanzlei umgehen, ist derzeit noch unklar. Sie wollten gestern keine Stellungnahme abgeben. Möglich, dass sie sich einen neuen Namen zulegen muss. Das klären derzeit die Juristen beider Seiten. Denn die Band hat sich einen Rechtsbeistand genommen. Die Musiker selbst haben derzeit eine Pause eingelegt und werden erst im Juli wieder auf der Bühne stehen.
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