Mönchengladbach: Musical-Knaller
VON MEYEL LÖNING - zuletzt aktualisiert: 21.01.2011Mönchengladbach (RPO). Bunte Raketen, Heuler, Talente – die Neujahrsshow "Best of Musical" bot dem Publikum einen verspäteten, aber überragenden Silvesterpunsch. Vor allem die Choristocats rührten zu (Lach-)Tränen.
stadtteile Am Ende war es wie an Silvester. Ohne den Choristocats-Solistinnen zu nahe zu treten. Sie sahen schließlich blendend aus. Aber eben auch irgendwie wie vier Raketen – eine grüne (Hannah Hansen), eine rote (Melody Awuah), eine blaue (Judith Esser) und eine lila (Sophie Groothuis). Beim Finale der Neujahrsshow "Best of Musical" in der Mehrzweckhalle Eicken taten sie bei ihrem Auftritt "I'm a big girl now" aus dem Musical Hairspray auch das, was man von Raketen so erwartet: Sie gehen ab, explodieren, machen fröhlich – und vermitteln dem Zuschauer das Gefühl, ihm werde in nächster Zeit bei so einem schönen Feuerwerk schon nichts Schlimmes im Leben passieren.
Talentiert und mit ganz viel Freude
Mit diesem Gefühl verließen die rund 250 Zuschauer wenig später die Konzerthalle, beschwipst von einem besonderen Silvesterpunsch. Was war sein Geheimnis? Drei Zutaten: der Frauenchor "Chant du Choeur", die Musical-Collection Repelen, und die elf- bis 19 Jahre alten Choristocats. Zum Auftakt zündete Gianna di Lorenzo einen klassischen Heuler. Mit "Don't cry for me Argentina" aus Evita überraschte die erst zwölf Jahre alte Jüchenerin ihre Mama Lisa – und rührte das Publikum zu Tränen. Als wandelbare Wundertüte zeigte sich Antonia Weyers. Als Solistin legte sie sich "Freddy my love" aus Grease singend im Schlafanzug ins Bett, später trug sie ein Kleid, manchmal für die Musical-Collection, manchmal für die Choristocats, immer mit viel, viel Ausdruck.
Melody Awuah sang aus dem Musical Dreamgirls "I'm changing". Man wollte ihr zurufen: "Bleib so wie du bist." – Ausdruck, Soul und stets die Restgefahr ausstrahlend, sie könne zum Beispiel explodieren oder etwas anderes Lustiges machen. Hannah Hansen, in Fachkreisen als Mäuschen und Löwin gleichzeitig bekannt, zeigte beides: Letzteres mit ihrer unverhofft kraftvollen Stimme, ersteres bei der Übung, sich vor dem Publikum zu verbeugen. Herzallerliebst.
"Heißgeliebt" hieß der Titel aus Wicked, mit dem Sina Müller die Zuschauer verzauberte – natürlich mit eigenem Zauberstab, wie man es aus ihrer zuverlässigen Accessoire-Abteilung "Oma & Opa" schon kennt.
Jugendlich, talentiert und mit ganz viel Freude bei der Sache – so erfreuten die Solisten die Gemüter. Unterstützt wurden sie dabei von zwei Chören, der Musical-Collection Repelen und dem Frauenchor Chant du Choeur, die zeigten, dass Singen die gefühlte Jugend verlängern kann. Singen macht Freude. Eine banale Wahrheit für alle, die es tun. Manche aber wollen das nicht hören. Manche mögen eben keine Raketen. Alle anderen kamen nach Eicken und hatten reichlich Vergnügen an der frohen Botschaft eines sehr ehrlichen Talentfeuerwerks – ganz ohne Rohrkrepierer.
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