Mönchengladbach: Mutter drohte schon früher mit Mord
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.02.2008 - 18:52Die beiden Kinder, die am Rosenmontag tot in einer Mönchengladbacher Wohnung gefunden wurden, sind vermutlich von ihrer Mutter umgebracht worden. Die Obduktion des zweijährigen Mädchens und des achtjährigen Jungen ergab eindeutig, dass sie eines gewaltsamen Todes starben.
„Wir haben keine vernünftigen Zweifel daran, dass die Mutter ihre Kinder tötete”, erklärte Friedhelm Schultz, Leiter der Mordkommission, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Wie die Kinder umgebracht wurden, wollte Schultz noch nicht sagen, um kein Täterwissen preiszugeben. Die Mutter, eine 36-jährige Deutsch-Marokkanerin, schweigt zu den Vorwürfen.
Nach den polizeilichen Ermittlungen soll die 36-Jährige schon mehrfach damit gedroht haben, sich und ihre Kinder umzubringen. „Ihre Ehe war zerbrochen. Aber die Frau hat sich mit der Trennung nicht abfinden können. Sie hat sogar mehrere Schönheits-Operationen durchführen lassen, um attraktiver für ihren Mann zu sein”, berichtete Schultz. Schließlich habe sie mit den Drohungen ihren Mann dazu bewegen wollen, zu ihr zurückzukommen.
Am Montag kündigte die 36-Jährige ihrer Schwester an, dass sie ihren Kinder etwas antun werde. Die wandte sich daraufhin besorgt an die Polizei. Die Beamten fuhren sofort zu der Wohnung im Stadtteil Lürrip. Erst nach mehrfachem Klingeln habe die 36-Jährige die Tür geöffnet.
„Zuerst wollte sie die Polizisten nicht in die Wohnung lassen. Sie sprach von Hausfriedensbruch und erklärte, dass es allen gut gehe. Die Kinder würden in der Wohnung schlafen”, berichtete der Leiter der Mordkommission.
Später habe sie jedoch überzeugt werden können, den Beamten Zutritt zu gewähren. In der Wohnung fanden die Polizisten die beiden Kinder leblos im Kinderzimmer. Ein herbeigerufener Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden feststellen.
Die Mutter, die zunächst unter Schock stand, ist wieder vernehmungsfähig, macht aber „einen eigenartigen und ungeordneten Eindruck”, erklärte Schultz. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen des Verdachtes auf zweifachen Mord aus niederen Beweggründen und Heimtücke erlassen. Gleichzeitig wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, wo ein Gutachten zur Schuldfähigkeit erstellt werden soll.
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