Mönchengladbach: Muttermörder stellt sich
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 17:54Mönchengladbach (RPO). Siebeneinhalb Jahre nach seiner spektakulären Flucht hat sich der Mönchengladbacher Muttermörder Marcus von B. der Polizei gestellt. Zielfahnder des Landeskriminalamtes (LKA) nahmen den Mann in der Kanzlei seines Anwaltes in München fest und brachten ihn ins Gefängnis nach Remscheid.
Dort war er im Juli 1995 eingeliefert worden, um eine lebenslange Haftstrafe zu verbüßen. Doch am 7. August 2002 gelang ihm während eines begleiteten Freigangs die Flucht. Bei einem Besuch im Elternhaus sprang er aus dem Fenster der Gäste-Toilette und floh, während sein Vater und ein Justizangestellter im Wohnzimmer saßen. Fast acht Jahre lang fehlte jede Spur von ihm.
Marcus von B. hatte im Sommer 1993 mit einer 9-mm-Pistole auf seine schlafenden Eltern geschossen. Seine damals 49 Jahre alte Mutter starb, sein Vater (54) überlebte. Der zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alte Täter hatte sich damals, wie er vor Gericht aussagte, in einer aussichtslosen Zwangslage gesehen.
Sein Vater, ein erfolgreicher Unternehmer, setzte hohe Erwartung in den Sohn. Marcus von B. sollte Juniorchef in seiner Firma werden. Doch der schmiss das Wirtschaftsstudium in Amerika, für das er sich 1989 auf Wunsch der Eltern eingeschrieben hatte. Zu Hause traute er sich nicht, die Wahrheit zu sagen. I
n der Tatnacht habe er sich zunächst selbst umbringen wollen, sagte Marcus von B. im Prozess aus. Als ihm dies misslang, ging er ins Schlafzimmer seiner Eltern und schoss. Der Vater verzieh seinem Sohn im Gerichtsaal.
Wo Marcus von B. die ganzen Jahre untergetaucht war, ist noch nicht bekannt. Auch über die Gründe seiner Aufgabe wollte LKA-Sprecher Frank Scheulen gestern nichts sagen. Jetzt sitzt Marcus B. wieder hinter Schloss und Riegel. Ohne seine Flucht hätte er im Juli 2008 wieder frei kommen können
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