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Mönchengladbach: Mysteriöser Messerstecher

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2009

Mönchengladbach (RPO). Zuerst stach er wie von Sinnen mit mehreren Fleischermessern zu, dann legte er bei der Polizei völlig emotionslos ein Geständnis ab. Der Mann, der in Eicken seine Lebensgefährtin tötete, gibt der Polizei Rätsel auf.

Wer kennt diesen Mann? Wie gestaltete sich die Beziehung zu der 37-jährigen Irakerin? Wo hat er seine Freizeit verbracht? Wo hat er gearbeitet? Mit wem hatte er Kontakt? Hinweise an das Kriminalkommissariat 11 unter 02161-290. 
 Foto: Polizei
Wer kennt diesen Mann? Wie gestaltete sich die Beziehung zu der 37-jährigen Irakerin? Wo hat er seine Freizeit verbracht? Wo hat er gearbeitet? Mit wem hatte er Kontakt? Hinweise an das Kriminalkommissariat 11 unter 02161-290. Foto: Polizei

Nach dem gewaltsamen Tod einer 37-jährigen Mutter in Eicken ermittelt die Mordkommission weiter. Zwar hatte sich der Täter am Freitagabend mit den Worten "Ich habe gerade meine Frau getötet" der Polizei gestellt, dennoch gibt der Fall Rätsel auf. Der Leiter der Mordkommission, Friedhelm Schultz, und Staatsanwalt Stefan Lingens schilderten gestern noch einmal den Fall und baten um Mithilfe aus der Bevölkerung. Denn bis jetzt ist nicht endgültig geklärt, wie der Täter, der sich illegal in Mönchengladbach aufhielt, wirklich heißt. Und auch zu den Hintergründen des Verbrechens gibt es noch Fragen.

Insgesamt 39-mal hat der Mann am Freitagabend mit unterschiedlichen Fleischermessern auf die auf der Couch sitzende Frau eingestochen. Das hat die Obduktion ergeben. "Von den Stichen waren gleich etliche tödlich", sagte Schultz.

Info

Hilfe für Angehörige

Kinder Die beiden sechs und zehn Jahre alten Söhne des Opfers, die sich zur Tatzeit beim Vater aufhielten, wurden von einem Notfallseelsorger betreut. Außerdem gibt es das Angebot der psychologischen Betreuung.

Schulpsychologen Sie haben bereits mit Mitschülern und Lehrern der beiden Jungen gesprochen, teilte Wolfgang Speen, Leiter der städtischen Pressestelle gestern mit. Und: "Wir versuchen alles, um den Kindern zu helfen, das Geschehene zu verarbeiten."

Grausame Tat

Trotz der bestialischen Art und Weise des Tötens schilderte der Mann, der wie das Opfer aus dem Irak stammt, sein Blutbad bei der Polizei völlig emotionslos. Seine Frau, die er nach islamischen Recht in Roermond geheiratet hatte, habe ihn dauerhaft unterdrückt. Sie habe ihn bei seiner Familie schlecht gemacht, immer beklagt, dass er kein guter Mann sei. Außerdem habe er stets sein Geld abgeben müssen, das er schwarz in einem landwirtschaftlichen Betrieb verdiente, erklärte der Mann in seiner Vernehmung zu seinem Motiv. Für die Polizei sind seine Beweggründe für die grausame Tat jedoch nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen. "Wir kennen bisher nur seine Schilderungen", so der Leiter er Mordkommission. Nachbarschaftsbefragungen hätten bisher keine weiteren Erkenntnisse gebracht. "Wir suchen noch Zeugen, die uns berichten können, wie das Verhältnis der beiden in der letzten Zeit war", sagte Schultz. Im Haus hatte offenbar niemand etwas gehört.

Kennen gelernt hatten sich die geschiedene Frau und Mutter zweier Söhne und ihr späterer Lebensgefährte vor etwa einem Jahr. Der Mann war nach eigenen Angaben gerade über Griechenland und Italien nach Belgien geflüchtet, wo er als anerkannter Flüchtling Sozialleistungen bezog. Friedhelm Schultz: "Er suchte eine Frau, und seine Familie wusste von der 37-Jährigen in Mönchengladbach, die einen Mann suchte." So haben sie sich getroffen und lieben gelernt. In seinem belgischen Pass trägt der Täter den Namen Ahmed Ghassan Abdelmajid und ist 1978 in Kirkuk/Irak geboren. Die Personalien seien jedoch falsch, habe der Mann erklärt. In Wirklichkeit heiße er Ahmad Mahmoud Ahmad und sei 1971 geboren. Ob das jedoch stimmt, weiß die Polizei nicht genau. Die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortlichkeit muss ebenfalls noch geprüft werden. War der Mann in ärztlicher Behandlung? Auch das interessiert die Mordkommission. Sie fragt außerdem: Wer kennt den Mann und weiß, wo er seine Freizeit verbrachte? Hinweise unter Tel. 02161 290.

Quelle: RP

 
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