Mönchengladbach: Nach Fußballkrimi ins Münster gepilgert
VON HEIDE OEHMEN - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010Mönchengladbach (RPO). Münsterkantor Klaus Paulsen und sein Chor hatten ein festliches und publikumswirksames Programm für ihr Sommerkonzert ausgesucht, und doch erschienen die Besucher zunächst nur zögerlich.
Nachdem aber kurz vor 18 Uhr der spannende Fußballkrimi zu Ende war, füllten sich die Kirchenbänke im Münster, und das von barocken Klängen geprägte Konzert begann mit ein wenig Verspätung.
Dem kompetenten, klanggesättigt agierenden Orchester der Münstermusik hatte der Kantor drei exzellente Trompeter hinzugefügt, die tadellos ihre Hoch-B-Trompeten beherrschten und den Instrumentalparts berückenden Glanz verliehen. Das galt vor allem für die feierlichen Ecksätze und die Gavotte der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur von J. S. Bach, während im 2 . Suitensatz, dem berühmten "Air", sich die Streicher bewährten.
Auch in der Bach-Kantate 137, "Lobe den Herrn", konnten die Trompeter brillieren – ebenso im Hauptwerk des Abends, dem "Te Deum" von Marc Antoine Charpentier. Hier bestachen ebenso die ausgezeichneten Holzbläser. Der gut vorbereitete, homogene Münsterchor erfüllte seine Aufgaben mit Enthusiasmus und vollem Einsatz. Hätte der sehr übersichtlich leitende Klaus Paulsen das Orchester öfter zurückgenommen, wären den Vokalisten vielleicht noch mehr dynamische Schattierungen gelungen. Zum ersten Mal in einem Münsterkonzert sang Susan Kuhlen, Studentin an der Kölner Musikhochschule. Ihr volumenreicher, höhensicherer Sopran lässt viel Gutes erwarten – die Härten in der Höhe lassen sich sicher abstellen. Susanne Seefing, ebenfalls Sopran, duettierte in der Bach-Kantate einfühlsam und strahlkräftig mit dem kernigen, ausgeglichenen und wohltönenden Bass von Thomas Peter. Ihren edel timbrierten, aber etwas unruhig geführten Alt steuerte Ulrike Kamps-Paulsen bei. Johannes Klüser bezwang mit lyrischem Tenorschmelz die Tücken seiner koloraturreichen Bach-Arie.
Junges Quartett erntete Ovationen
Mit frenetischem Applaus und Bravorufen wurde das von Marion Bleyer-Heck einstudierte "Quartett Fontaine" – Christine Beimel (Violine), Tabea Seibert (Blockflöte), Damian Ralser (Cello) und Benedict Schulz (Cembalo) – gefeiert. Die 17 und 18 Jahre jungen ersten Preisträger beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" meisterten grandios die Sonate Op.1 Nr. 12 "La Folia" von Antonio Vivaldi.
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