Mönchengladbach: Nachbarn sauer: Wir wollen Café Pflaster nicht
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Mönchengladbach (RPO). Einen Traum hat sich Monika Marrenbach an der Brucknerallee mit dem Café Kiwi erfüllt. Es ist gemütlich, hat nette Gäste und eine Philosophie. „Bei mir gibt’s keinen Alkohol und keinen Zigarettenautomaten“, sagt die Wirtin.
Seit sie aus der RP erfuhr, dass die Diakonie nebenan das Café Pflaster als Anlaufstelle für Obdachlose und Drogenabhängige einrichten will, sieht sie die Zukunft ihres Cafés in düsteren Farben. „Ich befürchte, dass sich hier eine Szene entwickelt, dass Dealer Rauschgift bei mir vor der Tür verkaufen“, sagt sie.
Marrenbach hat dagegen protestiert, dass die Einrichtung im Haus Brucknerallee 37 einzieht. Auch andere Nachbarn sind verärgert. „Warum hat es niemand für nötig befunden, mal mit uns zu sprechen?“, schimpft Gert Haufs. Und Helga Fruh argwöhnt: „Die Geschäftsleute wollen die Szene, die sich jetzt auf dem Rheydter Marktplatz trifft, nicht in der Nähe ihrer Geschäfte haben. Aber uns mutet man den Obdachlosen-Treff zu. Vermutlich gehen Diakonie und Politiker davon aus, dass bei uns der geringste Widerstand zu erwarten ist.“
Tatsache ist: Das Diakonische Werk hat mehrere Standorte untersucht und ist überzeugt, dass das Haus Brucknerallee 37 der richtige ist. Der Wohlfahrtsverband hat jetzt mit der Stadt einen Vertrag abgeschlossen. Er beschreibt die Betreuungsaufgaben, die Diakonie-Mitarbeiter im Café Pflaster leisten müssen. Und er berücksichtigt die Kosten, die der Diakonie für den Kauf des Hauses von der Kreisbau entstehen. Es gibt bereits einen Vorvertrag zwischen der Wohnungsbaugesellschaft und dem Wohlfahrtsverband. Ist der Zug bereits abgefahren? Oder dürfen die Anwohner der Brucknerallee noch darauf hoffen, dass die Entscheidung am Ende für einen anderen Standort fällt?
Der Rheydter CDU-Ratsherr Joachim Roeske ist da skeptisch. „Wir haben zwei Szene-Treffs in Rheydt: auf dem Marktplatz und am Parkhaus Mühlenstraße. Da liegt das Haus Brucknerallee 37 mittendrin.“ Er befürchtet nicht, dass sich hier eine neue Szene entwickelt: „Streetworker werden hier arbeiten, Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienst und Polizisten sollen regelmäßig kontrollieren.“ CDU-Politiker Roeske will Diakonie und Nachbarn miteinander ins Gespräch bringen und vermitteln.
Er muss dabei viel Überzeugungsarbeit leisten. Gert Haufs: „Wir sind nicht gegen diese Einrichtung. Wir leben ja auch seit Jahren mit der Tagesklinik für psychisch Kranke. Aber das Café Pflaster wollen wir nicht an der Brucknerallee. Es macht die Straße kaputt.“
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