Mönchengladbach: Narren in den Startlöchern
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 05.11.2008Mönchengladbach (RPO). Die Wette hat Hans-Peter Jansen, zweiter Vorsitzender des Mönchengladbacher Karnevalsverbands gegen die noch amtierende Kinderprinzessin Antonia I. gerade verloren. Die närrische Majestät hat ihren dicken dunkelblonden Zopf um gut 20 Zentimeter gekürzt. Dafür muss Jansen nun Saxophon spielen. Den ganzen Sommer hat er geübt, sogar in der Musikschule Unterricht genommen. Das Ergebnis der Arbeit präsentiert der Karneval-Senior den Gladbacher Narren am 11.11. auf dem Kapuzinerplatz.
Ramba-Zamba weckt Hoppediz
Die Session ist 2009 drei Wochen länger als sie in diesem Jahr war. Für die Narren also genug Zeit, sich dem Frohsinn der fünften Jahreszeit hinzugeben. Und das, haben sie sich vorgenommen, werden sie ausgiebig tun, verspricht Karneval-Chef Bernd Gothe bei der Vorstellung des Session-Programms.
Neben Jansens Saxophon-Gastspiel stehen Veranstaltungen, die 2008 aus Zeitmangel ausfallen mussten, im nächsten Jahr wieder auf der Agenda. So werden die Niederrheinischen Sinfoniker wieder ihr traditionelles Karnevalskonzert geben. Nach „Hollywood“ führen sie das Publikum. Zurück über Berlin geht es mit einem guten, alten Bekannten, der vor zwei Jahren bereits in Gladbach vorbeischaute. „Paul Kuhn war so begeistert von Gladbach, dass er gerne nochmal kommen wollte“, berichtet Gothe. Als Unternehmer ist er ein Mann schneller Entscheidungen: Er hat den Künstler gleich verpflichtet.
Neu ist auch die Nostalgie-Sitzung, die in dieser Session zum ersten Mal im Saal des Palace St. George stattfinden wird. Am 8. Februar treffen sich Karneval-Urgesteine wie „Et Klimpermännchen“, Jutta Gersten, Willy Junggeburth und Marie Luise Nikuta zum Feiern wie in alten Zeiten.
Aber bei allen Neuerungen: Wenn der Hoppediz nicht pünktlich aufwacht, kann Karneval nicht stattfinden. Der Wecker ist für den 11.11. auf 18.20 Uhr gestellt. Dann hat das närrische Volk auf dem Kapuzinerplatz schon gut eine Stunde Ramba-Zamba gemacht. Die Prinzenpaare der Session 2008 haben sich verabschiedet, der Weg ist frei für das neue Motto „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“. Eine Open-Air-Sitzung erwartet die Narren mit Musikgruppen, bekannten Sängern wie Olaf Henning und dem neuen Motto-Lied zum Mitsingen.
Die offizielle Verabschiedung der Tollitäten hat zuvor im Rathausinnenhof stattgefunden. Weil da viele Reden gehalten werden, die das Volk erfahrungsgemäß nicht so liebt. „Das Publikum möchte singen, lachen, schunkeln“, ist Gothes Erfahrung. Gesungen wird auch am Rathaus; danach nimmt der Balderich in seiner Rede Gladbacher Begebenheiten aus Politik und Gesellschaft aufs Korn. Die Prinzenpaare der Session 2009 kommen am 9. Januar mit der Prinzenproklamation ins närrische Spiel.
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