Mönchengladbach: Neue Gefäßstation im Elisabeth-Krankenhaus
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 07.02.2009Mönchengladbach (RPO). Das Elisabeth-Krankenhaus hat seit diesem Monat eine neue Abteilung: Eine interdisziplinäre Station zur Behandlung von Gefäßkrankheiten wurde eröffnet.
Die Städtische Kliniken GmbH baute die Station für etwa 300 000 Euro im siebten Stock des Hauses. Dort arbeiten nun Gefäßchirurgen, Angiologen, ein Venenspezialist, ein Kardiologe und ein interventioneller Radiologe gemeinsam mit den Patienten.
Wachstumsmarkt Gefäßmedizin
Hintergrund der neuen Station ist der enorme Wachstumsmarkt Gefäßmedizin, der durch den Demographiewandel entsteht. "Immer mehr ältere Menschen werden auch immer mehr Gefäßkrankheiten entwickeln", sagt Dr. Johannes Kaenders Chefarzt der neuen Station. In den letzten Jahren sind die jährlichen Patientenzahlen mit Gefäßkrankheiten von 350 auf 745 im Jahr 2008 gestiegen. Allein im vergangenen Jahr wurden im Elisabeth-Krankenhaus 500 arterielle Eingriffe durchgeführt. Und es werden immer mehr. Die Kosten für Gefäßkrankheiten steigen somit kontinuierlich weiter.
Durch seine neue Station mit insgesamt 26 Betten will das Eli einerseits die Versorgung durch die interdisziplinär aufgestellten Mediziner optimieren und andererseits die Kosten senken. Denn das Haus kooperiert mit der ambulanten Gefäßpraxis an der Rheydter Straße. Dort führen Mediziner bereits die Diagnostik durch, bereiten Patienten auf den Eingriff so vor, dass sie kurz nach ihrer Einlieferung operiert werden können. Auf der Station erfolgen Visiten der Krankenhausärzte und der niedergelassenen Ärzte. Und die Nachsorge wird wiederum in der Praxis durchgeführt. "Alles muss nahtlos funktionieren, und das verlangt sehr viel Abstimmung", sagt Kaenders. Dadurch werden die Tage im Krankenhaus weniger, und die Kosten sinken somit.
Der Fortschritt in der Gefäßmedizin auch im Eli ist offensichtlich. Vor wenigen Tagen operierte Kaenders einen 87-jährigen Patinenten endovaskulär, das heißt: ohne große Schnitte. Wenig später bereits konnte der Patient die Intensivstation verlassen. "Früher", sagt Johannes Kaenders, "hätte man diesen Patienten gar nicht mehr behandelt."
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