Mönchengladbach: Neues aus Gladbachs Vergangenheit
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.02.2008Mönchengladbach (RPO). Dass sich bei bestem Ausflugswetter gestern Mittag fast 150 Ehrengäste gegen die frische Luft und für die feierliche Eröffnung der stadtgeschichtlichen Abteilung im Rittersaal des Schlosses Rheydt entschieden, zeigt, wie bedeutsam die Historienschau für die Stadt ist. Die Besucher wurden für ihr Kommen belohnt: durch eine wirklich sehenswerte Ausstellung und durch den Beweis, wie viel die Vergangenheit mit der Gegenwart zu tun hat.
Alter Lloyd kommt aus Bonn
So war denn die Aussage von Oberbürgermeister Norbert Bude, man müsse in die Vergangenheit reisen, um in der Zukunft zu landen, mehr als wohlfeile Sonntagsrede. Das wurde spätestens klar, als Professor Hans Walter Hütter seine Festrede hielt.
Der frühere Mönchengladbacher Ratsherr, inzwischen Präsident des Bonner Hauses der Geschichte, steuerte einiges zur Dauersammlung bei. Der alte Lloyd, eines der markantesten Ausstellungsstücke, kommt aus den Bonner Beständen. Die Volontärin Sonja Nanko, die Museumsleiter Dr. Wilhelm Stratmann bei der Zusammenstellung der Ausstellung unterstützte, hat ihr Handwerk im Haus der Geschichte gelernt.
Und schließlich trug Hütter noch eine Idee in die Festrunde: Es gebe so viele Orte, an der sich Gladbach als Zentrum der Textilindustrie auswiese, beispielsweise ehemalige und aktive Firmen, Fabrikantenvillen, Parks, Wohnsiedlungen. Sie ließen sich, so Hütter, leicht in einen „Weg der Textilgeschichte“ zusammenfassen. Da gab es vernehmbar zustimmendes Gemurmel.
Museumsleiter Stratmann nahm die Vorlage dankbar auf. Mönchengladbach sei immer noch eine bedeutende Textilstadt – nur wüssten es halt viele nicht. So wie dem Mann, der sich in den vergangenen zwei Jahren so intensiv mit der Geschichte der Stadt beschäftigt hat, überhaupt aufgefallen ist: „Die Stadt muss sich nicht verstecken.“ Für das mangelnde Selbstbewusstsein, das ihm immer wieder begegne, gebe es keinen Grund.
Stratmann bedauerte, dass er nur einen Bruchteil jener Stücke zeigen kann, die ihm die Mönchengladbacher nach einem Aufruf zur Verfügung gestellt haben. Knapp 500 Exponate sind nun zu sehen. Sie machen, lobte Hütter, die Geschichte der Stadt nacherlebbar. Man rieche das Öl und höre den Lärm des Webstuhls. Gerade deswegen sei die stadtgeschichtliche Sammlung generationenübergreifend. „Sie ist geeignet vom Grundschüler über die Familie bis zum Spezialisten für Rheinische Landesgeschichte“, so Hütter.
Den pädagogischen Aspekt betonte auch Norbert Bude. Er rief die Schulen ausdrücklich auf, sich die Dauerausstellung im Schloss Rheydt anzuschauen.
Der um Besucher werbende Oberbürgermeister wurde selbst umworben. Museumsleiter Stratmann forderte Bude auf, mit möglichst vielen offiziellen Gästen ins Museum Schloss Rheydt zu kommen.
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