Düsseldorf / Mönchengladbach: Neun Verfahren nach Großrazzia gegen Hells Angels
zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 - 18:36Mönchengladbach (RPO). Nach einer Großrazzia gegen die "Hells Angels" in Düsseldorf hat die Polizei gegen neun Rocker Verfahren wegen Verstößen gegen das Waffenrecht eingeleitet. Es seien ein Strafverfahren und acht Ordnungswidrigkeiten-Verfahren in Gang gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.
Unterdessen gab die Polizei auf Nachfrage bekannt, dass am frühen Sonntagmorgen auf ein Haus in Oberhausen geschossen wurde, in dem ein Mitglied der "Bandidos"-Rocker wohnt.
Nach dem zeitlichen Ablauf könnte dies ein Racheakt für die brutale Schlägerei zwischen den konkurrierenden Rocker-Clans vom Samstagabend in Mönchengladbach sein. "Es ist nicht auszuschließen, dass Verbindungen bestehen", sagte der Oberhausener Polizeisprecher Uwe Weighardt am Donnerstag. Klare Hinweise dafür fehlten aber.
Bei der Schlägerei mit Eisenstangen und Baseballschlägern hatte es einen Schwerverletzten gegeben. Kurz darauf war am Sonntag vor einem Lokal der "Bandidos" in Herten im Ruhrgebiet ein Sprengsatz explodiert und hatte erheblichen Schaden angerichtet. Die Schüsse von Oberhausen könnten dazu passen.
Insgesamt seien in Oberhausen fünf Schüsse aus größerer Entfernung abgegeben worden, sagte der Oberhausener Sprecher. Zwei schlugen in die Schaufensterscheiben eines Fahrradgeschäfts ein, zwei ins Mauerwerk und ein Schuss blieb im Fenster des "Bandidos"-Mitglieds stecken, der über dem Fahrradladen wohnt. Die Projektile würden untersucht, ein Ergebnis liege noch nicht vor, sagte der Sprecher.
Vorsichtshalber sei die Polizei am "Bandidos"-Hauptquartier und an den bekannten Treffpunkten der Rocker-Gruppierung in Oberhausen derzeit verstärkt präsent. Es gehe um Beobachtung und zugleich um Schutz der Rocker.
Bei der Razzia nach der Schlägerei waren am Montagabend zahlreiche Schlagwaffen sichergestellt worden. Die Beamten fanden Teleskopschlagstöcke, einen Baseballschläger, eine Stahlrute, einen Holzschlagstock, Axtstiele und Klappmesser. 250 Polizisten hatten 86 Rocker in einem Domizil des Rockerclubs "Clan 81" kontrolliert, der die "Hells Angels" unterstützt.
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