Mönchengladbach: Nicht die Größe, die Technik zählt
VON MARGARETHE FOLS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Mönchengladbach (RPO). Beim zehnten Feuerwehrwettkampf "Toughest Firefighter Alive" auf dem Gelände des Rheydter Elisabeth-Krankenhauses kämpften am Wochenende rund 200 Teilnehmer aus zehn Nationen um den Titel. Die beste Leistung erbrachten die Tschechen: Sieben schafften es unter die Top 15.
Mit vollem Körpereinsatz zieht Christian Klose den rund 20 Kilogramm schweren Schlauch hinter sich her. „Über Asphalt fühlt sich das eher an, als wiege der Schlauch 200 Kilogramm“, sagt der 29 Jahre alte Auszubildende der Feuerwehr Moers. „Da fangen die Muskeln an zu zittern. Das geht richtig an die Substanz.“
Doch damit nicht genug. Mit 90 Kilogramm Gewicht auf den Schultern ein Treppenhaus hoch, 100 Hammerschläge tun, eine 2,80 Meter hohe Kletterwand überwinden – und alles so schnell wie möglich. Rund 200 Feuerwehrmänner und -frauen aus ganz Europa ermittelten am Wochenende ihre Härtesten. Der englische Name des Wettkampfs lautet: „Toughest Firefighter Alive“. Die Brandbekämpfer gingen dabei an ihre Grenzen – und darüber hinaus.
Verrückte Brandbekämpfer
„Um das zu schaffen, muss man schon ein bisschen verrückt sein“, sagte Feuerwehrmann Holger Matton. Als Mitglied des Organisationsteams hatte der 37-Jährige alle Hände voll zu tun. Über das gesamte Gelände des Elisabeth-Krankenhauses waren die vier Wettkampfstationen aufgebaut. „Und der Krankenhausbetrieb geht an den zwei Wettkampftagen ganz normal weiter“, erklärte Hauptorganisator Armin Taube. „Wir versuchen uns gegenseitig nicht zu stören.“
Schon zum zehnten Mal findet der Feuerwehrwettkampf in Mönchengladbach statt. „Und es werden von Jahr zu Jahr mehr Bewerber“, stellte Holger Matton erfreut fest. „Für die Teilnehmer müssen wir gar keine Werbung mehr machen.“ Doch Ziel sei es, auch Zuschauer und vor allem Kinder für das Spektakel zu begeistern. „Wir haben Kinderschminken, Hüpfburg und für die Jugendfeuerwehr den ganzen Wettkampf in Klein“, so Matton. „So können sie schon mal üben. Natürlich ohne Gewichte.“
Der elfjährige Christian war mit viel Spaß dabei. „Doch der richtige Wettkampf der Großen ist mir zu hart“, sagte der Nachwuchsfeuerwehrmann. „Der Anspruch an Körper und Geist ist bei dem Wettkampf sehr hoch“, räumte auch Feuerwehrmann Matton ein. „Doch mit dem richtigen Willen und ganz viel Training kann das jeder schaffen.“ Und dabei komme es weder auf Körpergröße noch auf Muskelmasse an. „Auch ein kleiner schmächtiger Feuerwehrmann kann mit der richtigen Technik unter die ersten Plätze kommen“, sagte Holger Matton überzeugt.
Mit weniger Körperkraft aber toller Technik überzeugten auch die vier teilnehmenden Feuerwehrfrauen. „Es ist schade, dass nur wenige Frauen in diesem Jahr mitgemacht haben“, sagte Organisator Armin Taube. „Man sieht ja in der Gesamtwertung, dass sie mit den Männern mithalten können.“
Die beste Feuerwehrfrau war Sandra Wiedenbein aus Braunschweig. Der Moerser Christian Klose landete mit einer Zeit von 9,59 Minuten auf Platz 107. „Super, alles unter zehn Minuten ist spitze“, sagte der 29-Jährige zufrieden.
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