Mönchengladbach: Noch ein Ärztehaus für Rheydt
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Mönchengladbach (RPO). Neben der Arge baut auf dem Letzerich-Gelände nicht nur Real – auch ein neues Medi-Zentrum entsteht. Einziehen werden Fachärzte, eine Apotheke und ein Sanitätshaus. Damit geht der Boom der Ärztehäuser in der Stadt weiter.
Über zehn Jahre leistete sich Rheydt eine riesige Innenstadt-Brache. Das über 12.000 Quadratmeter große Letzerich-Gelände zwischen Moses-Stern-, Odenkirchener und Limitenstraße lag ungenutzt da. Nachdem die Arge eingezogen ist und gestern die ersten Bagger angerollt sind, um einen 5000 Quadratmeter großen Real-Markt zu bauen, ist nun auch klar, was zwischen diesen beiden Gebäuden stehen wird: ein rund 4000 Quadratmeter großes Ärztehaus. Gebaut und betrieben wird es vom Bauunternehmen Jessen.
Bedürfnisse der Fachärzte
Jessen-Geschäftsführer Joachim Bücker hatte ursprünglich andere Ideen: Er wollte auf dem Letzerich-Gelände Platz für Senioren-Wohnungen oder Büros schaffen. Doch bei näherer Prüfung stellte sich heraus, dass der Bedarf für etwas anderes größer ist: Unvermindert sind Fachärzte auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Praxen mit denen von Kollegen unter einem Dach betreiben zu können.
Letzerich-Gelände
Arge Dieses Gebäude war als erstes fertig. Die Mitarbeiter sind im September vergangenen Jahres eingezogen.
Real Die SB-Warenhauskette baut seit gestern. Im Frühjahr 2009 soll der neue Markt bereits eröffnet werden.
Medi-Zentrum Baubeginn ist im Herbst 2008. Ein Jahr später soll das Haus fertig sein.
Parkhaus Entsteht für Real und Medi-Zentrum gemeinsam. Es hat 390 Stellplätze und steht auch den Theaterbesuchern offen.
Und das, obwohl zuletzt gleich mehrere Ärztehäuser in der Stadt gebaut werden. An der Dahlener Straße, also unweit des neu geplanten Ärztehauses, steht mit dem Medicentrum nach Angaben von Dr. Arno Theilmeier gar das größte Facharztzentrum in ganz NRW. Und gegenüber dem Krankenhaus Maria Hilf entsteht gerade ein neues großes Ärztehaus.
Erich Peetz von CP Consulting, der das Medi-Zentrum in Kooperation mit Jessen vermarktet, erklärt den Bedarf: „Die Zeiten, als Ärzte Einzelkämpfer waren, sind vorbei.“ Das kann Dr. Arno Theilmeier, der seine Praxis selbst im Medicentrum an der Dahlener Straße hat, nur bestätigen. Dabei gehe es nicht einmal in erster Linie um die Kosten für teure medizinische Geräte, die sich die Praxen teilen könnten. „Die Qualität der Behandlung wird besser“, sagt Theilmeier. Der Patient profitiere davon, dass bei schwierigen Fällen rasch ein zweiter Arzt hinzugezogen werden könne. „Dieses Kollegial-System ist für die Ärzte ein großer Gewinn.“
Ein Neubau könne zudem viel besser auf die Bedürfnisse der Fachärzte ausgerichtet werden. „Für einen ambulanten OP gibt es bauliche Voraussetzungen.“ Wohnhäuser entsprechend umzubauen, koste oft viel Geld.
In dem Neubau, der im Herbst 2009 bezugsfertig sein soll, ist Platz für zwölf Arztpraxen zwischen 190 und 770 Quadratmetern. Möglichst viele Fachdisziplinen sollen vertreten sein. „Für den größten Teil der Flächen haben wir schon Interessenten“, berichtet Peetz. Ins Erdgeschoss soll eine Apotheke einziehen. Komplettiert werden soll das Angebot durch ein Sanitätshaus. Alternativ sind, je nach Spezialgebiet der Fachärzte, auch ein Optiker oder ein Akustiker möglich. Parken können die Patienten im neuen Real-Parkhaus. Es gibt einen Durchgang zum Medi-Zentrum.
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