Mönchengladbach: Noch mehr ICE in Gladbach
VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010Mönchengladbach (RPO). Im August und Oktober werden täglich 13 Hochgeschwindigkeitszüge, die aus den Niederlanden kommen oder dorthin fahren, im Gladbacher Hauptbahnhof halten. Der Grund: Auf der eigentlichen Strecke wird gebaut.
Lange haben wir Mönchengladbacher auf die Ankunft und den Halt eines ICE gewartet. Seit dem 13. Dezember ist's nun endlich soweit: Die Stadt ist an das nationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Freitags und sonntags verkehrt jeweils eine IC- und ICE-Verbindung zwischen Berlin und Mönchengladbach. Im Sommer wird der Hauptbahnhof dann sogar quasi an das internationale oder zumindest europäische Verkehrsnetz angeschlossen.
Vom 25. Juli bis 22. August und dann nochmal vom 16. bis 24. Oktober halten täglich 13 ICE in Mönchengladbach. Der Grund: Die Hauptstrecke des Hochgeschwindigkeitszugs zwischen den Niederlanden und Frankfurt ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Gladbach wird zur Ausweichstrecke. Bahn-Sprecher Gerhard Felser: "Normalerweise fahren die Züge über Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen nach Arnheim. Die Umleitungsstrecke führt nun über Köln, Mönchengladbach, Venlo und dann ohne Halt weiter nach Utrecht."
Hauptbahnhof MG
Der Bahnhof wurde 1851 erbaut und wird bis Ende 2012 für insgesamt sechs Millionen Euro von Bahn, Land und Stadt komplettsaniert.
Bahnsteig Es gibt es neun Bahnsteiggleise. Die Gleise 8 und 9 werden dabei fast ausschließlich von Zügen der S-Bahn genutzt.
Sechs ICE, die aus den Niederlanden kommen und sieben ICE, die aus Frankfurt in Richtung Niederlande fahren, werden im August und Oktober täglich Gladbach passieren. Und hier halten. Felser: "Diese Umleitung haben wir schon öfter mal gemacht, und sie hat sich bewährt, wenn auf der Strecke über Oberhausen gebaut wird. In der Vergangenheit hat das aber immer nur ein paar wenige Tage gedauert."
Jetzt weht in Mönchengladbach über satte sechs Wochen ein Weltstadt-Flair. Und darüber freut sich auch Detlef Neuß. "Das ist doch mal ein guter Anfang", meint der Pro Bahn-Sprecher. Auch wenn er weiß, dass auf eine reguläre tägliche ICE-Anbindung wenig Chancen bestehen. "Wir am Niederrhein wurden eben immer etwas stiefmütterlich behandelt. Unsere Anbindung an Düsseldorf ist einfach zu gut."
Von Anbindung und Bahn will Beate Pungs gar nichts mehr hören. Die 65-Jährige war am Wochenende bei ihrer Tochter in Berlin. "Für die Rückfahrt habe ich mir extra den Sonntag ausgesucht, damit ich direkt in Mönchengladbach aussteigen kann." Aber: Der Schnee machte Pungs einen Strich durch die Rechnung. "In Neuss wurden wir rausgeschmissen, der ICE fuhr ohne Halt weiter nach Köln. Zu dem zeitpunkt hatten wir schon zwei Stunden Verspätung und konnten nun sehen, wie wir nach Hause kommen", wettert die Rentnerin.
Bahn-Sprecher Felser: "So leid uns das tut, aber da sind wir machtlos. Jeder weiß ja, was am Wochenende los war. Irgendwann müssen sich eben auch die verspäteten Züge wieder in den normalen Fahrplan einreihen. Dafür werden dann Halte-Stationen übersprungen, so dass man am End-Bahnhof wieder einigermaßen pünktlich ankommt."
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