Mönchengladbach: Noch mehr Tote sollen wählen
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 12.09.2009Mönchengladbach (RPO). Schickt die Stadt auch Toten Wahlbenachrichtigungen? Der Fall des Rheydters Axel Joeres, dessen im Juni 2008 verstorbene Ehefrau Hannelore Karten für die Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl erhielt, schlägt Wellen. Bei der RP meldeten sich mehrere Leser, die Ähnliches berichten. Offenbar ist der Datensatz des städtischen Einwohnermeldeamtes nicht aktuell.
Bei Rosalia Knübben, die an der Rochusstraße wohnt, klingelte dieser Tage der Briefträger. Er hielt die Benachrichtigung für die Bundestagswahl für eine "Maria Lehnen" in der Hand und fragte, in welchen Briefkasten er die Karte werfen könnte. Nur: Maria Lehnen ist seit mehr als elf Jahren tot. "Das ist kurios", sagt Rosalia Knübben.
Noch schwerwiegender ist die Situation bei Rainer Mangelmann. Auch sein im November gestorbener Vater erhielt alle Wahlbenachrichtigungen. Da Vater und Sohn den selben Vornamen haben, hätte Rainer Mangelmann jeweils gleich zweimal wählen können: Einmal selbst, dann für seinen Vater. "Da auf der Wahlbenachrichtigungskarte das Alter des Wählers nicht vermerkt ist, wäre das nicht aufgefallen, wenn ich als ,Rainer Mangelmann' im ehemaligen Stimmbezirk meines Vaters gewählt hätte", sagt Rainer Mangelmann junior.
Auch über rp-online erreichten uns mehrere Meldungen. Zum Beispiel die von "Okerker": Da erhielt die Schwester die Wahlbenachrichtigungen. Und das, obwohl sie nach mehreren Umzügen nicht mehr in Mönchengladbach wohnt und sich beim Einwohnermeldeamt abgemeldet hat. Bei "Pickwick" ist es der Vater, der im Juli starb und für die Kommunalwahl von der Stadt angeschrieben wurde. Obwohl er auf die Panne hingewiesen habe, sei auch noch eine Wahlaufforderung für die Bundestagswahl eingetroffen. Die rp-online-Nutzerin "moegla" erhielt für ihren im April 2008 gestorbenen Ehemann für alle drei Wahlen in diesem Jahr die Benachrichtigungen. "Ich bin auch ein ,Einzelfall'", schreibt sie.
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