Mönchengladbach: Norovirus – gefährlich für Senioren und Kinder
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 15.01.2008Mönchengladbach (RPO). Zuerst kommt die Übelkeit, dann folgen ganz schnell Erbrechen, Durchfall und starke Bauchkrämpfe. Nach zwei bis drei Tagen ist der schreckliche Spuk meist vorbei, und der Patient ist in der Regel schnell wieder auf den Beinen. Das Norovirus ist verantwortlich für die äußerst unangenehme Krankheit, die seit dem Jahreswechsel bereits 80 Mönchengladbacher für eine Weile aus dem Verkehr gezogen hat. So viele Fälle wurden auf jeden Fall bisher dem Gesundheitsamt gemeldet. Das sind fast so viele wie im Jahr 2006 insgesamt gezählt wurden. 2007 waren es 509.
Keine Epidemie
Das Virus breitet sich offenbar aus. In einem von 1000 Fällen hat die Infektion tödliche Folgen. „Gefährdet sind vor allem alte und gebrechliche Menschen sowie kleine Kinder“, sagte gestern Stadtsprecher Dirk Rütten auf Nachfrage der RP. Aus dem städtischen Gesundheitsamt kommt die beruhigende Nachricht, dass es in Mönchengladbach keine Epidemie in Altenheimen, Krankenhäusern oder Kindergärten gibt. Dr. Klaus Laumen, Chef des Gesundheitsamtes, hat frühzeitig medizinische Berater in die entsprechenden Einrichtungen geschickt: „Die Patienten müssen ganz viel trinken, um ein Austrocknen zu verhindern“, sagt er. „Und natürlich müssen die Hygienevorschriften peinlich genau eingehalten werden.“ Erkrankte Mitarbeiter von Kindergärten, Altenheimen, Schulen und Krankenhäusern gehören wegen der großen Ansteckungsgefahr auf jeden Fall ins Bett.
Der einzig wirkliche Schutz vor einer Ansteckung ist größtmögliche Hygiene: Nach jedem Toilettenbesuch, nach dem Einkauf und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sollte man sich gründlich mit Seife die Hände waschen. Auch wenn die Krankheit nur wenige Tage dauert, ist der Patient noch bis zu zwei Tagen nach Abklingen der Symptome ansteckend, und der Erreger wird sogar noch bis zu 14 Tage danach ausgeschieden.
Klaus Laumen geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankten weiter steigen wird, aber insgesamt habe es die Stadt noch nicht dramatisch erwischt. „Im vergangenen Jahr lagen wir rein statistisch an der 40. Stelle im Land“, sagt Dirk Rütten. Die Ärzte in der Stadt würden sehr sensibel mit der Krankheit umgehen und jeden Fall sofort beim städtischen Gesundheitsamt melden. „Deshalb gehen wir auch nicht von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Klaus Laumen.
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