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Mönchengladbach: Notunterkünfte in Schulen

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.06.2009

Mönchengladbach (RPO). Ein Giftgasunfall wie in Güdderath oder eine Explosion wie am Siepensteg – und das in größerem Ausmaß? Wenn im Katastrophenfall evakuiert werden muss, sollen demnächst Schulen als Notunterkünfte dienen.

400 Menschen hätten im Schulzentrum Rheindahlen Platz. In der Turnhalle könnten Feldbetten aufgestellt werden.  Foto: RPO
400 Menschen hätten im Schulzentrum Rheindahlen Platz. In der Turnhalle könnten Feldbetten aufgestellt werden. Foto: RPO

Was macht man bei einer Katastrophe, wenn ganze Stadtgebiete evakuiert werden müssen? In Rheindahlen hat die Feuerwehr den Ernstfall schon geübt. Der genaue Ort: das Schulzentrum. Das soll nämliche eine von insgesamt sechs Notunterkünften werden, die den alten Bunker unter dem Marktplatz in Rheydt ersetzen. Der ist noch ein Relikt aus dem Kalten Krieg. Im Kriegs- oder Katastrophenfall hätte er auf seinen rund 5100 Quadratmetern 4500 Menschen aufnehmen können. Jetzt hat er ausgedient. Die unterirdischen Schutzräume werden für den Zivilschutz aufgegeben. Das hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schon vor längerer Zeit signalisiert.

Massenimpfstellen

Info

Der Bunker

1972 wurde der Bunker unter dem Rheydter Marktplatz gebaut

Auf 5100 Quadratmetern befinden sich Schutzräume mit Duschen, Toiletten, zwei Küchen, Brunnen, Belüftungsanlagen, Notstromgenerator und Rettungsraum für die medizinische Versorgung

Der Rat wird sich am 17. Juni entscheiden, ob die Bunkeranlage für den Zivilschutz aufgegeben wird. Anschließend kann ein Vertrag zwischen Bundesamt, Land, Stadt und dem etreiber des Parkhauses geschlossen werden.

"Der Bunker unter dem Rheydter Markt war noch auf den Fall einer atomaren Bedrohungslage ausgelegt. Wir gehen von unterschiedlichen Szenarien aus, die eine Evakuierung erforderlich machen", sagt Feuerwehrchef Jörg Lampe. Eine Gaswolke wie beim Unfall im August 2008 in Güdderath beispielsweise. Oder eine Explosion wie die am Siepensteg im März vergangenen Jahres. "Wenn 20 Menschen ihre Wohnungen räumen müssen, ist das noch kein Problem. Sie können vorübergehend in städtischen Unterkünften untergebracht werden", berichtet Lampe. Schwieriger werde es, wenn Hunderte betroffen sind. Aber auch für solche Fälle müssen die Städte und Kreise einen Notfallplan haben.

400 Menschen hätten im Schulzentrum Rheindahlen Platz. In der Turnhalle könnten Feldbetten aufgestellt, auf dem Schulhof eine Feldküche aufgebaut werden, und für die medizinische Versorgung fände sich dort auch ein Raum. Das Schulzentrum Rheindahlen soll als erste Notunterkunft fertig werden. Dann ist das Math.-Nat.-Gymnasium an der Reihe, wo ebenfalls 400 Menschen im Ernstfall registriert, betreut, verpflegt und medizinisch versorgt werden können. Dafür werden die Schulen mit Hinweisschildern ausgestattet, und im Keller Betten, Wäsche und Hygieneartikel gelagert.

Laut Feuerwehrchef wären die Einrichtungen im Notfall sofort einsatzbereit. Müssen mehr als 800 Menschen betreut werden, dann sollen auch noch die Schulen beziehungsweise Schulzentren Hardt, Rheydt-Mülfort, Neuwerk und Espenstraße schrittweise hinzugezogen werden. "Zu diesen Schulen würden wir die nötige Ausstattung mit Lkw schaffen", informiert Lampe. So sieht es das Konzept vor. "Die sechs Einrichtungen können gleichzeitig als Massenimpfstellen im Pandemie-Fall gelten", sagt der Feuerwehrchef.

Quelle: RP

 
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