Mönchengladbach: NVV installiert Kameras an der „Hilde“
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 28.06.2007Mönchengladbach (RPO). Nach den gewalttätigen Übergriffen an der Hilderather Straße in Rheindahlen hat die evangelische Kirchengemeinde auf eigene Kosten eine Security-Firma engagiert, die in den Abendstunden Streife läuft (die RP berichtete). Jetzt unternimmt auch die NVV Schritte, um die Situation an den Bushaltestellen in den Griff zu kriegen. „Wir müssen unser Personal und die Busgäste schützen“, sagte Dieter Harre gestern der RP.
Der Leiter der NVV-Verkehrsbetriebe berichtet von erheblichen Sachbeschädigungen und rüden Pöbeleien durch Kinder und Jugendliche an der Hilderather Straße: „Das können wir nicht weiter akzeptieren.“ So seien elektronische Anzeigentafeln und Antennen mehrfach zerstört worden, ebenso die Tür zum Aufenthaltsraum der Busfahrer. Der Schaden geht inzwischen in die Tausende. „Wir werden Videokameras installieren“, sagte Harre. Der Betriebsrat der NVV hatte an ihn appelliert, etwas zu unternehmen. „Unsere Fahrer sind verunsichert. Sie haben oft längere Wartezeiten am Rheindahlener Busbahnhof und bekommen mit, was da los ist.“
Bezirksvorsteher Arno Oellers hat Anfang der Woche einen Runden Tisch einberufen – mit Polizei, Jugendamt, Ratsherren aus Rheindahlen und Vertretern der katholischen und evangelischen Gemeinden. „Die Situation an der Hilderather Straße ist schlimm, vor allem irritieren uns die Aggressivität und die Kaltschnäuzigkeit der Kinder und Jugendlichen. Da zeigt sich meiner Meinung nach ein gravierendes gesellschaftliches Problem.“ Gleichwohl hält er Rheindahlen nach wie vor für einen Stadtteil, in dem die Menschen noch ohne Angst und Sorge auf die Straße gehen können. „Man darf zwar nicht so tun, als sei nichts passiert“, sagt er in Anspielung auf den 52-jährigen Arzt, der vor einem 16-Jährigen brutal zusammengeschlagen wurde. „Aber Panikmache hilft auch nicht.“
Oellers vertraut auf die Polizei. „Unsere Bezirksbeamten sind mit den Jugendlichen im Gespräch. Die kennen ihre Pappenheimer.“ Und auch Klaus Baakes, Leiter des Jugendheims am Südwall habe seine Mitarbeit angeboten. „Er wird zukünftig noch mehr auf den Straßen unterwegs sein.“ Schließlich habe Baakes es ja auch in der Vergangenheit immer wieder geschafft, Situationen zu deeskalieren. Arno Oellers vertraut auf seine „Rheindahlener Lösung“. Er geht davon aus, dass sich die Situation deutlich beruhigen wird. „Wir werden uns in Kürze wieder zusammensetzen und die Ergebnisse diskutieren.“
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