Mönchengladbach: Öde Weihnacht in der City
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2008Mönchengladbach (RPO). Sie sind nicht wirklich attraktiv – die Weihnachtsmärkte in den Citys von Rheydt und Mönchengladbach. Die Organisatoren wollen sie aufpeppen. Aber es fehlen zwei Dinge: das nötige Geld und angemessene Plätze.
Die Idee hat was: Wenn zwei kleine Weihnachtsmärkte vor sich hindümpeln, warum legt man sie nicht einfach zu einem schönen, großen zusammen? Meinen die Gladbacher Jusos, und sie schlagen vor, dies auf dem Alten Markt oder dem Kapuziner Platz zu tun. Dazu wünschen sie sich noch ein wenig internationales Flair, das sich im Angebot, in den Speisen und der Musik niederschlagen sollte.
Geht überhaupt nicht, weisen die beiden City-Managements entschieden zurück. Schließlich gehe es darum, Käufer in die jeweiligen Zentren zu locken. Und außerdem: Alter Markt und Kapuziner Platz stehen überhaupt nicht zur Verfügung. Die Wochenmarkt-Betreiber wollen nicht ausweichen, und der Christkindl-Markt soll auch auf seinem angestammten Platz bleiben. Also, keine Chance.
Langweilig
Untersuchung Studenten der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen untersuchten 133 Weihnachtsmärkte in Deutschland.
Bewertung Beim Ranking der „langweiligsten Weihnachtsmärkte“ rangierte Mönchengladbach an der Spitze.
Die schönsten Weihnachtsmärkte in der Region unter www.rp-online.de/moenchengladbach
Auch auf dem Rheydter Marktplatz gibt es zukünftig nicht mehr Stellfläche für den adventlichen Budenzauber. Denn auch da werden die Wochenmarktbeschicker nicht auf ihren angestammten Platz verzichten.
20 Jahre Provisorium
Stefan Wimmers, Chef vom City-Management Mönchengladbach, sagt: „Wir haben vor dem Theater vor 20 Jahren mit einem Provisorium begonnen. Und nach wie vor ist der Platz unser Problem.“ Und natürlich die finanzielle Situation: „Der Weihnachtsmarkt muss sich irgendwie selbst tragen.“ Die Marketinggesellschaft MGMG kommt gerade mal für Plakate und Weihnachtsbäume auf.
„Eigentlich finde ich es toll, dass wir es überhaupt schaffen, Jahr für Jahr den Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen“, sagt Wimmers. Aber er kann sich Alternativen vorstellen. Beispielsweise so: Der Christkindlmarkt, der nur einen Tag dauert, geht auf den Kapuzinerplatz. Der Wochenmarkt geht auf die Hindenburgstraße und der Weihnachtsmarkt auf den Alten Markt. „Offenbar will aber niemand die alten Strukturen verändern“, sagt Stefan Wimmers.
Noch besser wäre: ECE oder ein anderer Investor baut an der Stelle des ehemaligen Theaters ein Einkaufszentrum mit einem attraktiven Platz. „Dann wären wir aus dem Schneider“, sagt Wimmers.
„Wir wollen aus dem Wenigen, das wir haben, etwas machen“, sagt Peter Felten vom Rheydter City-Management. Um den Weihnachtsmarkt auf dem beengten Platz vor dem Rathaus aufzupeppen, haben die Organisatoren in diesem Jahr einen 84 Quadratmeter großen Adventskalender aufgehängt. Täglich wird ein Gewinner gezogen, der ein Türchen öffnen und einen Einkaufsgutschein entgegen nehmen darf. Und auf der Bühne wird an den Wochenenden jede Menge Programm geboten.
Dennoch – die Probleme bleiben. „Für die komplette Beleuchtung ist das City-Management zuständig“, sagt Felten. „Wir sind in jedem Jahr auf Spenden angewiesen.“ Dabei könnte er sich eine Aufwertung des Weihnachtsmarktes durchaus vorstellen. „Wir könnten richtig aufblühen, wenn die Stadt mehr Mut hätte“, sagt der Geschäftsmann. „Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten, muss man investieren. Immerhin sind die vier Adventswochen für die Einzelhändler die beste Zeit des Jahres.“
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