Mönchengladbach: Ogata: Stadt fürchtet Abmeldungen
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 10.05.2008Mönchengladbach (RPO). Die Beiträge für die Ganztagsbetreuung werden im kommenden Schuljahr nach dem Jahreseinkommen der Eltern gestaffelt. Besserverdienende zahlen für die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder erheblich mehr als bisher. Die Anmeldungen laufen. In vier Wochen liegen die Zahlen vor.
So richtig klar ist noch nicht, wohin es geht. Das musste gestern Schuldezernent Dr. Gert Fischer einräumen. Denn wie die Eltern auf die Erhöhung ihrer Beiträge für die Offene Ganztagsschule (Ogata) reagieren werden, ist noch nicht absehbar. Unklar ist, ob sich einige von den höheren Zahlungen abschrecken lassen und ihre Kinder möglicherweise aus der Betreuung herausnehmen oder gar nicht erst anmelden. „Die Eltern wurden informiert, wir warten jetzt die Anmeldezahlen ab“, sagte Fischer. Mit Ergebnissen ist frühestens in vier Wochen zu rechnen. Bisher kostete ein Nachmittagsplatz in der Grundschule 50 Euro pro Kind, ermäßigt 25 Euro. Ab dem kommenden Schuljahr richtet sich die Höhe nach dem Einkommen.
Beitragsstaffelung Mütter und Väter mit einem Jahreseinkommen bis 12 271 Euro zahlen nichts, bei einem Jahreseinkommen bis zu 24 542 Euro kostet die Betreuung 50 Euro pro Kind, bis 36 813 Euro müssen 80 Euro gezahlt werden, bis 49 084 Euro sind es 130 Euro. Bei einem Einkommen bis zu 61 355 Euro zahlen die Eltern 140 Euro, verdienen sie bis zu 61 355 Euro im Jahr, sind es 150 Euro. Bei Geschwistern reduziert sich der Beitrag. Und ab dem dritten Kind ist die Nachmittagsbetreuung kostenfrei.
Betreuungsangebot Derzeit stehen für den offenen Ganztagsbetrieb an 28 Schulen – davon eine Förderschule – 1211 Plätze in insgesamt 49 Gruppen zur Verfügung. An den Grundschulen in Heyden und Holt sowie an der Montessori-Grundschule an der Bleichstraße zeichnet sich ein zusätzlicher Bedarf ab. Deshalb wird dort wahrscheinlich jeweils eine weitere Gruppe mit je 25 Plätzen eingerichtet. Damit würde sich die Zahl der Ganztagsplätze auf 1286 in 52 Gruppen erhöhen.
Baumaßnahmen Seit Monaten wird an den Gemeinschaftsgrundschulen Regentenstraße, Windberg und Beckrath sowie an der Katholischen Grundschule Ohler gebaut. Es entstehen neue Klassenräume, Betreuungs- und Ruhebereiche und Küchen. Die Pavillons, in denen seit den 70er Jahren Erst- bis Viertklässler unterrichtet wurden, werden endlich abgerissen. Zum Ende der Sommerferien sollen alle Neubauten fertig sein. Komplett neu gebaut wird die Grundschule in Venn, die im Sommer 2009 bezugsfähig sein soll. „Das ist ziemlich sicher die letzte Schule, die in Mönchengladbach neu errichtet wird“, verkündete Gert Fischer.
Bedarf Es gibt in Mönchengladbach keine gigantischen Wartelisten auf einen Betreuungsplatz. Mit den jetzt errichteten Ogatas, sagte Fischer, sei die Versorgung durchaus zufriedenstellend. Durch die sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren können frei werdende Klassenräume für zusätzliche Ogata-Betreuung genutzt werden.
Vorsichtig optimistisch beobachten jetzt die Verantwortlichen das Anmeldeverhalten der Mütter und Väter. „Wir wissen natürlich nicht, ob sich der ein oder andere von den erhöhten Gebühren abschrecken lässt“, sagte Gert Fischer. Er gehe allerdings nicht davon aus.
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