Mönchengladbach: Oh happy Day in Wickrath
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2010Mönchengladbach (RPO). Es war wahrscheinlich das ungewöhnlichste Weihnachtskonzert der Welt. Besinnliches wechselte mit Kuriosem und Humoristischem. Drei Chöre und acht Choristocats begeisterten. Es wurde mit Genuss gelacht und ganz viel geweint.
wickrath/Rheindahlen Zuhören war Pflicht und Freude, Lachen erlaubt, Singen auch – und Tanzen. Tränen der Rührung flossen, atemlose Stille herrschte, und am Ende siegte die übermütige Lust an Gesang und Bewegung. "O happy Day" – da ging die emotionale Post ab in der Antoniuskirche Wickrath. Ein Weihnachtskonzert voller Gefühle und ausgelassener Begeisterung liegt hinter dem Wickrather Männergesangverein. Anders war es als viele andere und – inspirierender. Mit "Have you heard the story of the Baby Boy" von Jay Althouse eröffneten die Wickrather Sänger das Konzert unter ihrem neuen Chorleiter Hermannjosef Roosen. Weiter ging es mit dem Psalm 23, arrangiert von Franz Schubert, Johannes Menskes' "O Heiland reiß die Himmel auf" und dem "Ave Maria" vom Patrick Liedbergen. Ein wunderbarer Start.
Aber der Wickrather Männergesangverein blieb nicht allein. Als Gastchor war der Gesangverein Eintracht Wickrathberg in die Kirche gekommen, außerdem der Frauenchor "Chant du Choeur Changeant" und acht Solisten der Choristocats. Alle gemeinsam gestalteten das höchst abwechslungsreiche Programm. Traditionelles und Besinnliches sangen die Männer aus Wickrathberg unter der Leitung von Michael Postel. Wunderschön das "Süßer die Glocken nie klingen" und "Es kommt ein Schiff gefahren" in einer Fassung des Chorleiters.
Mucksmäuschenstill waren die mehr als 300 Gäste beim Auftritt des Meisterchores "Chant du Choeur Changeant". Da saß jeder Ton in jeder Tonlage absolut perfekt, allerschwierigste Einsätze und Intonationen passten, und jede einzelne Stimme klang und beeindruckte zutiefst. Seit zehn Jahren leitet Hermannjosef Roosen diesen außergewöhnlichen Frauenchor. In Wickrath wurden die Sängerinnen frenetisch gefeiert.
Für ungläubiges Staunen und fast haltlose Begeisterung sorgten die Choristocats. Als die erst zwölfjährige Gianna di Lorenzo im weißen Abendkleid durch den Mittelgang der Kirche schritt, die Altarstufen emporschwebte und dazu das "Ave Maria" nach Celine Dion sang, flossen reichlich Tränen. Die Stimme dieses Mädchens geht unter die Haut und ins Herz – und zwar unmittelbar und nachhaltig. Melody Awuah trat mit "Swing low, sweet Chariot" und "Last Christmas" gleich zweimal auf, Anika Blondin, Sophie Groothuis, Sina Müller, Judith Esser und Hannah Hansen fanden viele neue Fans. Und Lokalmatador Fabian Daners aus Wickrath kam einmal als "Little drummer boy" ganz groß raus, um am Ende als Solist bei "Oh happy day" über sich selbst hinaus zu wachsen. Und dann – endlich, die Lust am Singen war schon lange geweckt – durften alle mitmachen. O happy Day: Dieser Gesang wird bis in den Himmel geklungen haben.
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