Mönchengladbach: Ortsumgehung: Jetzt geht’s los
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.07.2007Mönchengladbach (RPO). Die Planungen für die Nord-Süd-Verbindung L 19 sind in vollem Gange. Das sagte Verkehrsminister Oliver Wittke gestern bei der IHK. Ob die Straße westlich oder östlich um Giesenkirchen geführt wird, ist noch unklar.
Mönchengladbach bekommt seine Umgehungsstraße. „Und zwar zügig, weil die Entlastung dringend nötig ist.“ Das bestätigte gestern NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke bei seinem Besuch der Industrie- und Handelskammer. Die neue Straße wird möglicherweise nicht nur auf Gladbacher Gebiet verlaufen. Wird die Umgehung östlich um Giesenkirchen herum gelegt, würde die L 19 über Korschenbroicher und über Jüchener Grund führen. Wittke bestätigte, dass beide Städte in die Studie zur Umweltverträglichkeit einbezogen würden. Bei aller Dringlichkeit – der Ausbau hat im Bedarfsplan des Landes höchste Priorität – dauert es noch Jahre, bis die Bagger rollen. „Spätestens 2015 wollen wir mit dem Bau beginnen“, sagte Wittke gestern.
Die Autobahn-Projekte
A 52 Wittke versprach, beim Bund auf den Ausbau auf sechs Spuren zu drängen.
A 57 Beim Ausbau auf sechs Spuren will Wittke „richtig Gas geben“. Nach den Sommerferien gilt dort ein Überholverbot für Lkw.
A 61 Mit dem Bau des Lückenschlusses soll noch dieses Jahr begonnen werden.
Warum die Umsetzung so lange dauert, erläuterte gestern Wilhelm Höfener, der zuständige Abteilungsleiter Planung der Regionalniederlassung Niederrhein des Landesbetrieb Straßenbau, gegenüber der RP: „Das ist ein schwieriger Planungsraum.“ Wohl wahr. Die mögliche Fortsetzung der A 44 ist einer der hartnäckigsten Zankäpfel in der Mönchengladbacher Planungsgeschichte.
„Alte Strecke interessiert nicht“
Die alte Trasse, in vielen Stadtplänen noch eingezeichnet, führt mitten durchs Naturschutzgebiet und haarscharf am Schloss Rheydt vorbei. „Die alte Strecke interessiert uns nicht. Unsere Planungen fangen bei null an“, sagte Höfener gestern. Und zwar in diesen Wochen. Der erste Termin, an dem sich alle von der Planung betroffenen offiziellen Stellen treffen, ist festgelegt. Dann wird es darum gehen festzulegen, welcher Raum in die Prüfung einbezogen wird. Mindestens ein Jahr wird es dauern, die Auswirkungen der Landstraße für Mensch, Tier und Wasser zu ergründen. Dann wird ein Verlauf vorgeschlagen. „Danach können wir festlegen, ob die Straße zum Lärmschutz beispielsweise streckenweise hoch- oder tiefgelegt wird“, so Höfener. Der eigentliche Bau werde rund zweieinhalb Jahre dauern.
Deutlich mehr Zeit wird vergehen, bis der Eiserne Rhein gebaut wird. Das machte Wittke deutlich. „Das ist vielleicht kein Jahrhundertprojekt, aber ein Jahrzehntprojekt“, so der Minister. Die vorgelegten Zeichnungen seien „allererste Skizzen“, über den genauen Verlauf könne heute noch niemand seriöse Aussagen machen. Der Lärmschutz werde überall dort, wo neu gebaut werde, hervorragend sein. Der Landtagsabgeordnete Norbert Post ergänzte: „Dass die Akzeptanz für den Schienenverkehr so gering ist, liegt auch daran, dass zu wenig Wert auf Lärmschutz Wert gelegt worden ist.“ Das werde sich nun ändern. IHK-Präsident Wilhelm Werhahn appellierte an die Politiker, nicht das Florians-Prinzip walten zu lassen. „Wir brauchen die Arbeitsplätze, die der Eiserne Rhein bringt.“ TITELSEITE
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